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31/03/2016 17:37 CEST

Ein Unterwasser-Hotel möchte bei der Wiederherstellung von Riffen die Vorreiterrolle übernehmen

Unterwasserhotel
Tony Webb
Unterwasserhotel

Wenn es um die Zukunft des Reisens geht, schauen viele Experten über die Grenzen der Erde hinaus in den Kosmos und bezeichnen den Weltall-Tourismus als den nächsten großen Trend.

Tatsächlich aber gibt es noch einen anderen Trend, der auf unserem Heimatplaneten still und leise immer höhere Wellen schlägt. Reiseziele unter Wasser statt über den Wolken: Unterwasser-Hotels.

Diesen Trend bezeichnet Tony Webb, Manager des neuen Planet Ocean Underwater Hotels, als "inner space tourism". Das Unterwasser-Hotel, das sich derzeit in der Entwicklung befindet, erhielt im letzten Jahr ein Patent für innovatives Design.

"Es soll versucht werden, den Tourismus mit dem Umweltschutz zu verbinden."

Webb beschreibt das Unterwasser-Luxus-Hotel, das über zwölf Zimmer verfügt und sich circa 9000 Meter unter der Wasseroberfläche fortbewegt, als "ähnlich der International Space Station". Genau wie die ISS bietet auch das Hotel Forschungsmöglichkeiten.

Planet Ocean will zehn Prozent der Einnahmen für die Wiederherstellung der Korallenriffe aufwenden. Dafür will der Meeresbiologe Thomas Goreau immer dort, wo das mobile Hotel sich grade befindet, Lebensraum für ein natürliches Korallenriff schaffen. Der Plan sieht hierfür verschiedene Standorte in aller Welt vor.

"Es soll versucht werden, den Tourismus mit dem Umweltschutz zu verbinden", sagte Goreau von der Global Coral Reef Alliance der Huffington Post.

"Bisher waren Hotels Teil des Problems"

"Wir helfen dabei, Riffe wiederherzustellen. Wenn auch Hotels etwas dazu beitragen und ein Teil der Lösung sein könnten, wäre das großartig. Bisher waren sie immer nur ein Teil des Problems."

Tatsächlich werden laut des Umweltprogramms der Vereinten Nationen circa 58 Prozent der Riffe weltweit durch menschliche Aktivität bedroht, wie zum Beispiel die Bebauung von Küstenregionen oder Schäden durch Yachten.

Die Wiederherstellung von Riffen ist aber möglich. Goreau und seine Kollegen haben die sogenannte Biorock-Methode entwickelt. Bei dieser Methode wird das Riffwachstum auf Kalksteinoberflächen mittels niedriger elektrischer Stromimpulse stimuliert.

"Wir können rund um das Unterwasser-Hotel ein Gerüst für ein Riff aufbauen und es dann auf flachen Sand betten", so Goreau. "Wir können dann Riffe jeder Größe und Form darum aufbauen, das Material ist Kalkstein. Es ist das einzige marine Baumaterial, das mit dem Alter stabiler und stärker wird."

"Die Zukunft des Reisens sind maßgeschneiderte Abenteuer"

unterwasser hotel

Konzept des Planet Ocean Underwater Hotels

Planet Ocean selbst wird sich nur auf Sand platzieren, um mögliche Umweltschäden zu vermeiden, so Eleanor Mitch, Vorstandsvorsitzende des Hotels, gegenüber der Huffington Post. Sie fügte noch hinzu, dass zum Bau des Hotels ausschließlich nicht-ätzendes umweltfreundliches Material verwendet werde.

Meeresbiologen werden bei der Auswahl der besten Standorte für das Hotel helfen, sagte Mitch. Das Unterwasser-Objekt wird außerdem dazu beitragen, Wirbelstürme und andere wetterbedingte Gefahren zu vermeiden.

"Wir glauben, dass die Zukunft des Reisens und des Tourismus‘ maßgeschneiderte Abenteuer sein werden", so erklärt es Eleanor Mitch. "Wir sind außerdem fest von verantwortungsvollem Reisen und Tourismus überzeugt, was bedeutet, dass die Wirtschaft vor Ort sowie auch die Umwelt von diesem Geschäftsmodell profitieren werden. Es ist eine Win-Win-Situation."

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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