WIRTSCHAFT
31/03/2016 10:21 CEST | Aktualisiert 31/03/2016 14:28 CEST

Neue Statistik: Das ist Deutschlands neues Boomland – und es ist nicht Bayern

  • Die Landesämter für Statistik veröffentlichen neue Zahlen zum Wirtschaftswachstum

  • In keinem Bundesland wächst die Wirtschaft so stark wie in Baden-Württemberg

  • NRW wird endgültig zum Sorgenkind

In keinem Bundesland ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie in Baden-Württemberg. Das zeigen Zahlen, die der Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder" nun auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

Um 3,1 Prozent wuchs die Wirtschaft in Baden-Württemberg demnach im vergangenen Jahr. Auch 2014 verzeichnete der Südwesten mit 1,5 Prozent ein deutliches Plus. Im Jahr 2013 hatte das bislang grün-rot regierte Land noch geschwächelt.

Auch in Berlin legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 mit 3 Prozent noch kräftiger als im Vorjahr (2,1 Prozent) zu. Freilich liegt die Stadt bei der ökonomischen Leistungsfähigkeit trotz des jüngsten Top-Wachstums noch weit hinter Baden-Württemberg zurück.

In den früheren Jahren war häufig Bayern der Spitzenreiter beim Wirtschaftswachstum. Auch 2015 wuchs die Wirtschaft im Freistaat mit 2,1 Prozent noch immer ordentlich.

"Die ökonomischen Kraftpakete Baden-Württemberg und Bayern profitieren von einer marktfähigen Wirtschaftsstruktur", sagte Ökonom Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) der „Welt“. Als Beispiel nennt er die gut vernetzten Automobilzulieferer.

Vor allem die Industrie macht in NRW Sorgen

Nordrhein-Westfalen hingegen stagnierte als einziges der 16 Bundesländer mit einem BIP von 0 Prozent. Im Vorjahr hatten die Firmen an Rhein und Ruhr noch ein Plus von 1,8 Prozent erzielt.

Während der Dienstleistungssektor in NRW noch ganz leicht zulegen konnte, büßte das verarbeitende Gewerbe entgegen dem Bundestrend stark ein. FDP und CDU üben nun scharfe Kritik: "Platz 16 von 16 Bundesländern - das ist eine verheerende Bilanz für sechs Jahre Rot-Grün", so CDU-Oppositionsführer Armin Laschet gegenüber dem „WDR“. Statt Bürokratie und Bevormundung brauche das Land eine Vorrangpolitik für Arbeitsplätze.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) nannte die Zahlen hingegen "unerfreulich, aber nicht überraschend". Schließlich sei NRW Heimat des Bergbaus, großer Energieversorger, der Stahlindustrie und der Grundstoffindustrie. Tatsächlich darben diese Wirtschaftszweige seit einiger Zeit.

In Sachsen-Anhalt stagniert die Wirtschaft ebenfalls

Ebenfalls in der Krise ist Sachsen-Anhalt. Das Land schaffte 2015 beim BIP nur ein Mini-Plus von 0,1 Prozent und liegt damit auf dem vorletzten Platz in Deutschland. Damit steht das Bundesland insgesamt wirtschaftlich schlechter da als vor der Finanzkrise.

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