POLITIK
31/03/2016 00:38 CEST | Aktualisiert 31/03/2016 05:29 CEST

Schockierender Fund: Paris entkam nur knapp neuer Terror-Serie

  • Bei Durchsuchungen in Paris wurde ein großes Waffenarsenal von Dschihadisten sichergestellt

  • Die Waffen sollten für eine fortgeschrittenen Terrorplan verwendet werden

  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

Frankreich scheint einer verheerenden Terror-Serie knapp entkommen zu sein. Bei Durchsuchungen im Pariser Vorort Argenteuil vor einer Woche haben Ermittler ein riesiges Arsenal an Waffen festgestellt, das für einen spektakulären Terroranschlag bestimmt war. Der Fund wurde erst jetzt bekanntgegeben.

Ein dabei festgenommener Franzose soll zu einem Terrornetzwerk gehören, das kurz vor einem schweren Anschlag stand. Die Liste der sichergestellten Dinge spricht für sich.

  • Fünf Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow AK47
  • Eine Maschinenpistole
  • Sieben Faustfeuerwaffen
  • 1,3 Kilogramm industrieller Sprengstoff
  • 105 Gramm des Sprengstoffs TATP. Dieser Typ wurde bereits für die Sprengwesten der Attentäter von 13. November verwendet
  • Chemikalien, darunter zwei Plastikkanister mit Säure
  • Fünf gestohlene Pässe
  • Teile, die zum Bau von Zünder verwendet werden könne
  • Sieben Telefone, darunter neue Handys

Es sei bislang kein klares Ziel identifiziert worden, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Mittwochabend.

Zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen deute aber alles darauf hin, dass die Entdeckung des Verstecks in Argenteuil eine bevorstehende, extrem gewalttätige Aktion verhindert habe.

Terrorplan im "fortgeschrittenen Stadium"

Gegen den am vergangenen Donnerstag nach monatelangen Ermittlungen festgenommenen Reda K. wurde ein Anklageverfahren eröffnet, ihm wird insbesondere die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte bereits kurz nach der Festnahme des 34-Jährigen erklärt, damit sei ein Terrorplan im "fortgeschrittenen Stadium"durchkreuzt worden.

Laut Molins sagte der Franzose vor dem Richter, er sei kein Terrorist. Bei den vorherigen Vernehmungen habe er ausgesagt, die Wohnung in Argenteuil im Auftrag eines Dritten gemietet zu haben, dessen Namen er nicht nannte.

K. steht auch im Verdacht, gemeinsam mit dem am Sonntag in Rotterdam festgenommenen Anis B. zwischen Ende 2014 und Anfang 2015 nach Syrien gereist zu sein. Auch in Belgien waren zwei Verdächtige im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Terrorplan in Frankreich festgenommen worden.

Noch keine Verbindung zu Anschlägen in Paris und Brüssel

Ein Richter ordnete am Mittwoch Untersuchungshaft für Reda K. an, der zuvor sechs Tage in Polizeigewahrsam gehalten wurde - dies ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Ausgangspunkt für die Fahndung nach Reda K. und Anis B. waren Ermittlungen zu einem aus der Türkei ausgewiesenen mutmaßlichen Dschihadisten, die im November 2015 begannen.

Frankreich und Belgien waren in den vergangenen Monaten Ziel schwerer islamistischer Terroranschläge. In Paris und einem Vorort starben im November 130 Unschuldige, in Brüssel ermordeten Attentäter vergangene Woche 32 Menschen.

Bislang gibt es nach Angaben der französischen Behörden keine greifbaren Hinweise auf einen Zusammenhang des aufgedeckten Terrorplots mit diesen Anschlägen.

Mit Material der DPA

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