POLITIK
30/03/2016 02:43 CEST

Griechenlands perfider Asyl-Plan: Nur Flüchtlinge mit Geld willkommen

dpa
Immer mehr Flüchtlinge sollen in Griechenland ankommen

  • Flüchtlinge sollen sich über Umwege einen Aufenthaltstitel in Griechenland kaufen dürfen

  • Das Bleiberecht soll 250.000 Euro kosten

  • Für den Plan gibt es heftige Kritik: "Nazidenken" sei das, schimpft die Parlamentspräsidentin

Zehntausende Flüchtlinge warten an den Grenzübergängen Griechenlands darauf, in andere EU-Länder weiterreisen zu dürfen. Viele warten vergebens und stranden.

Doch für manche jetzt könnte eine Lösung aus dem Athener Außenministerium kommen: Menschen auf der Flucht können sich einen Aufenthaltstitel kaufen. Vorausgesetzt, die dem Krieg und der Verfolgung Entronnenen haben mindestens 250.000 Euro auf dem Konto, wie "Spiegel Online" berichtet.

Dass das für die wenigsten der geschätzt 50.000 Wartenden gilt, sollte klar sein. Darum ruft die Idee knallharter Visums-Auslese, erdacht vom stellvertretenden Außenminister Dmitris Mardas, heftige Reaktionen hervor: "Nazidenken" sei das, polterte seine Syriza-Parteikollegin und Parlamentspräsidentin Zoe Konstantopoulou auf Twitter.

Flüchtlinge als Investoren

Das Bleiberecht mit Preisschild gibt es freilich nicht direkt zu kaufen, sondern über einen Umweg: Für die Politiker in Athen ist des denkbar, ein 2014 verabschiedetes Gesetz zu erweitern, nach dem Nicht-EU-Bürger sich in Griechenland niederlassen dürfen, wenn sie dort Immobilien im Wert von mindestens 250.000 Euro kaufen. Die Aufenthaltsgenehmigung gilt für fünf Jahre, Verlängerung möglich.

Mardas, in voriger Position wohl nicht zufällig Finanzminister, will aus der Asylkrise offenbar noch Kapital schlagen. Als Investitionsbringer für das finanziell gebeutelte Griechenland sollen Flüchtlinge herhalten - ein Plan mit höchst zweifelhaften Erfolgsaussichten.

Denn schon fragen sich Beobachter im Lande öffentlichkeitswirksam: Wenn ein Flüchtling mit so viel Geld in der Tasche ankommt - warum sollte er es im heruntergewirtschafteten Staat am Rande der EU ausgeben wollen?

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