POLITIK
30/03/2016 00:26 CEST | Aktualisiert 30/03/2016 00:30 CEST

Diese Statistiken zu Wohnungseinbrüchen lösen Albträume aus

DPA
Wohnungseinbrüche erreichen ein Rekordniveau (gestelltes Symbolbild)

  • Polizeistatistik zeigt einen krassen Anstieg der Wohnungseinbrüche

  • Auch die Anzahl von Laden- und Taschendiebstählen ist stark angestiegen

  • Die Zahl der sexuellen Übergriffe dagegen ging zurück

Es sind Zahlen, die Albträume auslösen. Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent gestiegen und erreichte damit ein Rekordniveau.

Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf die noch unveröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik.

Immer mehr Diebstähle

Für das Jahr 2015 weise die Statistik 167.136 erfasste Fälle aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor. 2014 waren 152.123 Wohnungseinbrüche registriert worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wolle die Kriminalstatistik voraussichtlich im Mai in Berlin offiziell vorstellen.

Die Zahl aller in Deutschland polizeilich erfassten Straftaten wuchs im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 4,1 Prozent auf insgesamt 6,33 Millionen.

Der Statistik zufolge habe es sich bei fast 40 Prozent aller Straftaten um Diebstähle gehandelt. Neben den Wohnungseinbrüchen seien hohe Zuwachsraten auch beim Laden- (+7,1 Prozent) und beim Taschendiebstahl (+7 Prozent) verzeichnet worden.

Zahl der sexuellen Straftaten ging zurück

Doch Statistik hält auch gute Nachrichten bereit. Die Aufklärungsquote bei Diebstählen betrage 56,3 Prozent - eine Verbesserung um 1,4 Prozentpunkte.

Bemerkenswert ist auch die Zahl der sexuellen Übergriffe. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nach der Kölner Silvesternacht scheint die nämlich nicht zu- sondern abzunehmen. Bundesweit gab es weniger Fälle von sexueller Nötigung und Vergewaltigung - die Zahl der Fälle ging um 4,4 Prozent auf 7022 zurück.

Die Kriminalstatistik nennt keine Gründe für die krasse Zunahme bei Wohnungseinbrüchen. Doch Experten hatten in der Vergangenheit organisierte Banden dafür verantwortlich gemacht.

Organisierte Kriminalität richtet sich immer öfter gegen normale Bürger

Nach Ansicht des Trierer Strafrechtsprofessors Pierre Hauck richtet sich organisierte Kriminalität immer öfter gegen normale Bürger und hat das sogenannte Verbrechermilieu verlassen.

Zu "neuen Spielarten" jener Kriminalität gehörten neben Autodiebstählen auf Bestellung oder Internethandel mit gefälschten Medikamenten - und besonders auch "die organisierten Wohnungseinbrüche", unter denen die Bundesrepublik momentan sehr leide und kaum hinterher komme, sagte Hauck der Deutschen Presse-Agentur.

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