LIFESTYLE
29/03/2016 12:29 CEST

5 Verhaltensweisen von Eltern, die Kinder nachts zum Weinen bringen

Die meisten Eltern wollen ihre Kinder nicht verletzen - weder körperlich noch emotional. Doch viele wissen nicht, welche Spuren unachtsam gewählte Worte und Taten hinterlassen können. Was uns wie eine Kleinigkeit vorkommt, kann für Kinder eine viel größere Bedeutung haben.

Kinder sind nachts besonders empfindlich, denn sie sind vom Tag erschöpft und oft am Ende ihrer Kraft. Wenn sie alleine in ihren Bettchen liegen, sind ihre Erlebnisse und Empfindungen noch eindringlicher als am Tag - sie sind noch verletzlicher.

Wir sollten uns daher bewusst machen, was Kinderseelen verletzen kann - und es um jeden Preis verhindern.

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1. Wutanfälle bestrafen

Wir haben es alle schon einmal erlebt: Nach einem nervenaufreibenden Tag ist endlich Schlafenszeit, doch anstatt ins Bett zu gehen, bekommt das Kind einen Wutanfall der apokalyptischen Art - ohne dass etwas wirklich Schlimmes passiert wäre.

Es ist nachvollziehbar, dass Eltern gereizt darauf reagieren - die Gute-Nacht-Geschichte streichen oder keine Lust mehr haben, die üblichen zehn Minuten zu kuscheln. Vielleicht denken einige Eltern sogar, dass sie streng auf Wutanfälle reagieren müssen, damit ihr Kind lernt, sich besser zu benehmen. Doch das ist nicht der Fall.

Im Gegenteil: Es verletzt ihr Kind zutiefst. Denn es kann seine Gefühle noch nicht so kontrollieren wie ein Erwachsener, seinen Wutanfall inszeniert ein Kind also nicht mit Absicht. Es braucht seine Eltern, um die eigene Gefühlswelt verstehen zu lernen. Wird es jedoch für seine Gefühle bestraft, kann das tiefe Narben hinterlassen.

2. Ängste und Gefühle des Kindes nicht ernst nehmen

Solange ein Kind die eigenen Gefühle noch nicht versteht, ist es wichtig, sie sehr ernst zu nehmen. Tun wir dies nicht, wird sich uns das Kind in Zukunft immer seltener anvertrauen.

Es kann außerdem eine sehr beängstigende Situation sein, wenn ein Kind das Gefühl hat, von den Eltern nicht verstanden oder nicht ernst genommen zu werden. Egal wie irrational das Anliegen des Kindes auf einen Erwachsenen wirken mag - für das Kind ist es real.

Stell dir zum Beispiel mal vor, du liegst im Bett und bist vollkommen überzeugt davon, dass sich irgendetwas Gefährliches in den dunklen Ecken deines Zimmers versteckt. Doch die einzigen Menschen auf der Welt, die dir helfen könnten, schicken dich einfach wieder ins Bett. Wen würde das nicht zum Weinen bringen?

3. In Hörweite der Kinder streiten

Eine ebenso schlimme Erfahrung kann es sein, als Kind wach im Bett zu liegen und zu hören, wie Mama und Papa sich streiten.

Grundsätzlich schadet es Kindern nicht, Auseinandersetzungen der Eltern mitzuerleben - insbesondere dann nicht, wenn sie auch die Versöhnung beobachten dürfen.

Hören sie allerdings nur laute, wütende Stimmen, haben sie schnell Angst, dass etwas nicht stimmt.

Je häufiger Kinder erleben, dass ihre Eltern sich streiten, desto mehr Schwierigkeiten haben sie im späteren Leben mit sozialen Bindungen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der US-Universität University of Vermont.

Die Forscher fanden heraus, dass die Gehirne von Kindern, die häufig Streit ausgesetzt sind, Auffälligkeiten aufweisen, da sie Gefühle anders verarbeiten als Kinder, die in harmonischeren Verhältnissen aufwachsen.

4. Drohungen aussprechen

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass Drohungen die Gefühlswelt eines Kindes zerstören können. Auch hier gilt: Was Eltern harmlos erscheinen mag, kann für Kinder eine enorme Bedeutung haben, denn sie vertrauen ihren Eltern und würden ihnen alles glauben.

Das zeigt zum Beispiel ein Facebook-Post aus dem vergangenen Jahr, der in Deutschland heftig diskutiert wurde. Die Polizei im nordrhein-westfälischen Hagen hatte sich mit einer Bitte an Eltern gerichtet:

“Hören Sie bitte auf, Ihren Kindern zu sagen, dass wir sie holen, wenn sie nicht brav sind. Ihre Kinder sollen zu uns kommen, wenn sie Angst haben … und nicht Angst vor uns haben.”

Über 7 Millionen Menschen haben wir in kurzer Zeit mit diesem Post erreicht. Das hat uns echt umgehauen. Aber ganz offensichtlich ein sehr wichtiges Thema.

Posted by Polizei NRW Hagen on Monday, June 22, 2015


Eine Drohung zu erhalten, ist nie schön. Aber am schlimmsten ist sie wohl, wenn man vier Jahre alt ist, im Bett liegt und Angst hat, dass sie wahr wird.

5. Kinder weinen lassen

Viele Eltern lassen ihre Kinder absichtlich weinen, damit sie lernen, sich selbst zu beruhigen und selbstständig einzuschlafen.

Das von dem Neurologen und Kinderarzt Richard Ferber (Harvard University und Boston Children’s Hospital) entwickelte “kontrollierte Schreienlassen”, auch Ferbern genannt, wird bis heute von Eltern auf der ganzen Welt angewandt.

Doch Studien haben gezeigt, dass Kinder, die man schreien lässt, erhebliche Schäden davontragen können - sowohl körperlich als auch psychisch.

Eine weitere Studie konnte nachweisen, dass die Methode nicht nur Schaden anrichtet, sondern auch den gegenteiligen Effekt erzielt: Kinder schreien umso länger, wenn sie von den Eltern ignoriert werden.

Wer seine Kinder im Bett weinen lässt, erreicht damit also nur, dass noch mehr Tränen vergossen werden.

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