POLITIK
29/03/2016 01:52 CEST | Aktualisiert 29/03/2016 02:12 CEST

Bäderchef: Das sind die wahren Probleme mit Flüchtlingen im Schwimmbad

Ein Bademeister erklärt zwei Flüchtlingen im Hallenbad in Hermeskeil die Baderegeln
DPA
Ein Bademeister erklärt zwei Flüchtlingen im Hallenbad in Hermeskeil die Baderegeln

  • Der Chef der Gesellschaft für das Badewesen gibt Antworten zur sexuellen Belästigungen durch Flüchtlinge

  • Er sieht sie als Einzelfälle, mit denen das Personal umgehen könne. Andere Probleme seien dringender

Meldungen über sexuelle Belästigungen durch Migranten verunsichern viele Menschen. Insbesondere ein Fall aus dem "Arriba"-Erlebnisbad in Norderstedt sorgte für Aufsehen.

Dort ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen 14- und einen 34-Jährigen wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Vergewaltigung eines 14 Jahre alten Mädchens.

Nun äußert sich Berthold Schmitt, Vorstandschef der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V. und Geschäftsführer der KölnBäder GmbH, zu sexuellen Belästigungen durch Flüchtlinge. In einem Interview mit der "Welt" sagt er, dass dies Einzelfälle seien.

Hauptproblem: Flüchtlinge können oft nicht schwimmen

Bei Flüchtlingen als Badegästen seien andere Probleme dringender. "Sie sprechen kein Deutsch, haben keinerlei Kenntnisse einer deutschen oder europäischen Badekultur, und die wenigsten sind des Schwimmens mächtig."

Vor allem, dass sie nicht schwimmen könnten, sei ein Problem: "Da kommen Hünen von Männern, wie Mitarbeiter erzählen, und gehen zum Beckenrand. Sie sehen den Beckenboden und denken, sie könnten darinstehen und springen rein. Zwei Sekunden später springen meine Mitarbeiter hinterher." Die sei ein markantes Thema, weil sich die Flüchtlinge häufig überschätzten.

Dazu passend:Das ist die Botschaft eines Afghanen an Flüchtlinge, die Frauen im Schwimmbad belästigen

Sexuelle Belästigungen seien dagegen kein großes Problem - zumindest in Köln. "Wir können in Köln nicht feststellen, dass es durch die zurzeit circa 13.000 gemeldeten neuen Bürger zunehmend Probleme in den Bädern gibt."

Lediglich ein Fall sei aktenkundig, bei sich ein Flüchtling einem Mädchen genähert habe. Die Mitarbeiter hätten die Polizei gerufen. Es seien sechs verdächtige festgenommen worden, aber es gab nur einen Täter.

"Schwimmbadverbot in einem Rechtsstaat inakzeptabel"

Von Januar 2015 bis Mitte März 2016 habe es sieben Vorfälle in Köln gegeben, in denen Sexualität eine Rolle gespielt habe. Nur ein Fall habe mit Belästigung durch Flüchtlinge zu tun gehabt, in den anderen ging es um Geschlechtsverkehr in den Umkleidekabinen oder Onanieren. In diesem Zeitraum habe es 3,1 Millionen Badegästen gegeben.

Er spricht sich gegen ein generelles Badeverbot für Flüchtlinge aus. "Sexuelle Übergriffe und andere Straftaten sind grundsätzlich schlimm und müssen geahndet werden. Aber Taten Einzelner rechtfertigen doch kein generelles Schwimmbad-Verbot für zum Beispiel Flüchtlinge."

So würden Flüchtlinge unter Generalverdacht gestellt. "In einem demokratischen Rechtsstaat ist das doch völlig inakzeptabel." Ähnlich hatte sich der Sprecher, der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, Joachim Heuser, geäußert.

"Sexuelle Belästigung hat es schon immer in Schwimmbädern gegeben"

Verallgemeinerungen sollten vermieden werden, sagt Heuser gegenüber die Nachrichtenagentur DPA. "Sexuelle Belästigung hat es schon immer in Schwimmbädern gegeben, von Menschen jeder Nationalität."

Es sei auch oft schwierig, den Begriff "sexuelle Belästigung" zu definieren, etwa wenn jemand eine Frau einige Sekunden lang anstarre. Manche Besucher aus dem arabischen Raum hätten nun mal "Null Bad-Erfahrung", sagt Heuser.

Das Arriba in Norderstedt reagierte mit zahlreichen Maßnahmen auf die mutmaßliche Vergewaltigung.

Es sollen zusätzliche Überwachungskameras zu den bisher vorhandenen 48 angeschafft werden. Und Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst mischen sich als vermeintliche Badegäste unter die Besucher, um das Geschehen zu beobachten. Außerdem sollen Attraktionen im Bad wie der Wildwasserkanal als Test in bestimmten Zeiten nur für Frauen oder Kinder zugelassen werden.

Mit Material der DPA

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:


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