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28/03/2016 12:04 CEST | Aktualisiert 29/03/2016 02:22 CEST

Wirt erteilt allen Flüchtlingen per Facebook Hausverbot

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Ein Café in Österreich (Symbolbild).

Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Europäer, die sich zu einer offenen Gesellschaft bekennen: Der Wirt eines Cafés im österreichischen Bundesland Kärnten hat allen Flüchtlingen Hausverbot erteilt - öffentlichkeitswirksam auf Facebook.

Damit er von den Betroffenen auch sicher verstanden wird, hat der Inhaber des "Café Lilli" seine Ausgrenzungs-Botschaft auf Englisch abgefasst. Übersetzt heißt es dort:

Liebe Flüchtlinge,

es tut uns leid, aber wir können euch kein Getränk servieren. Viele unserer Gäste sind bereits wütend auf euch und uns, manche von ihnen haben Angst und fühlen sich nicht wohl, wenn ihr hier in der Bar seid. Darum müssen wir uns um unsere Gäste kümmern und können euch nicht erlauben, hier zu bleiben.

Der Boss

Hausverbot für Flüchtlinge. Wtfhttps://www.facebook.com/Cafe-am-Platz-Lilli-AlthofenCafe-Venezia-Kappel-156219851137402/?refid=12&ref=bookmarks¬if_t=page_message

Posted by Enno Lenze on Saturday, March 26, 2016

Mit den Rechtschreibfehlern und der befremdlichen Signatur unter der Mitteilung könnte man den Facebook-Eintrag für eine Fälschung halten. Die ist es aber nicht, wie der Inhaber gegenüber der Zeitung "Kurier" bestätigte.

Er bezieht sich auf einen Abend mit Livemusik in der Gaststätte, zu dem auch zwei Flüchtlinge gekommen seien. "Wie sie die Frauen anstarren. Sie ziehen sie mit ihren Blicken regelrecht aus, wenn sie auf die Toilette gehen", echauffierte sich der Wirt. Flüchtlinge würden nun nicht mehr bewirtet, da er verhindern wolle, "dass hier alles kurz und klein geschlagen wird".

Ein Einzelfall ist das "Café Lilli" leider nicht - so hatte bereits Anfang des Jahres eine österreichische Bar damit geworben, "asylantenfrei" zu sein. Der Gedanke von Toleranz und Willkommenskultur spricht sich offenbar nur langsam herum.

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