POLITIK
27/03/2016 09:16 CEST | Aktualisiert 27/03/2016 09:49 CEST

Polizei marschiert auf: Aktivisten verbreiten Gerüchte über Öffnung der Grenze in Idomeni

Ein Flüchtling harrt vor griechischen Polizisten an der Grenze aus.
Marko Djurica / Reuters
Ein Flüchtling harrt vor griechischen Polizisten an der Grenze aus.

  • Im Flüchtlingslager Idomeni verbreiten sich immer mehr Gerüchte

  • Flüchtlinge marschieren zur mazedonischen Grenze

Aufregung im Elendslager von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze: Hunderte Migranten versammelten sich am Sonntag um die Mittagszeit vor dem mazedonischen Zaun und forderten lautstark die Öffnung der Grenze für Flüchtlinge.

"Wir haben gehört, die Grenze geht heute auf", sagte ein aus Syrien stammender Flüchtling im griechischen Rundfunk. Viele Menschen hielten weiße Tücher in der Hand, um zu symbolisieren, dass sie friedlich unterwegs sind, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Rund 50 griechische Polizisten sollen vor Ort sein.

Hunderte Flüchtlinge sind wohl derzeit auch aus anderen Flüchtlingscamps auf dem Weg zur Grenze. Das berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian". Gleichzeitig versuchen die griechischen Behörden Flüchtlinge aus dem überfüllten Camp in Idomeni zu evakuieren Mehr als 10.000 Flüchtlinge sollen dort ausharren.

Äußerungen aus Deutschland machen Flüchtlingen Hoffnung

Bereits am Vortag hatten Unbekannte Gerüchte unter den Menschen in Idomeni verbreitet, Deutschland werde Tausende Schutzsuchende aus dem Elendslager aufnehmen. Die Polizei informierte mit Lautsprechern auf Arabisch und Farsi, dass die Gerüchte nicht stimmten und die Grenze nicht geöffnet werde, berichteten Augenzeugen.

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erklärt, sein Land könnte bei einer "koordinierten Aktion mehrerer Bundesländer" 1000 bis 2000 Flüchtlinge aus Idomeni aufnehmen. Voraussetzung sei, dass die Bundesregierung in Visafragen und bei der Logistik helfe. Ob die Gerüchte in Idomeni auf diese Äußerungen zurückgingen, ist unklar.

Auch auf HuffPost:

So viele Flüchtlinge ziehen bereits frustriert vor Gericht