POLITIK
27/03/2016 11:35 CEST | Aktualisiert 27/03/2016 12:34 CEST

Ärger in der Populistenpartei: Fliegt Frauke Petry aus der AfD?

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AfD-Chefin Frauke Petry.

  • AfD-Chefin Frauke Petry verliert in ihrer Partei die Rückendeckung

  • Noch schlechter sieht es für sie aus, seit sie in einem Interview kräftig austeilte

  • Einem Medienbericht zufolge wird derzeit über einen Rausschmiss der Vorsitzenden nachgedacht

Man kann durchaus Komplimente für die umstrittene AfD-Chefin Frauke Petry finden: Eine "dämonenhafte" Schönheit strahle sie aus. Und "sexy" sei sie. Das sagte ihr Lebensgefährte Marcus Pretzell, seinerseits Parteichef in NRW, der "Bunten" in einem Interview.

Was bliebe ihm auch anderes übrig als Liebes- und Parteipartner? Das Problem für Petry: Sonst äußert sich kaum mehr jemand positiv über sie - von außerhalb der rechtspopulistischen AfD sowieso nicht, von innerhalb der Partei genauso wenig.

Die Kritik wächst - und droht jetzt zum ernsten Problem der Bundesvorsitzenden werden: Die Landeschefs von Thüringen und Sachsen-Anhalt, Björn Höcke und André Poggenburg, warten auf eine Gelegenheit, Petry aus der Partei zu drücken - so werde es in ihrem Umfeld gemunkelt, berichtet die "Bild am Sonntag".

Die Unterstützung schwindet

Ob das stimmt oder nicht - die Chancen ihrer innerparteilichen Rivalen steigen derzeit erheblich. Mitverantwortlich dafür ist das "Bunte"-Interview, das nicht nur mit reichlich privaten Bekenntnissen gespickt ist, sondern auch mit deftigen Klatschen gegen Vorstandskollegen.

Die Äußerung der Berliner Landeschefin Beatrix von Storch zu einem möglichen Schießbefehl gegen Flüchtlinge an der Grenze bezeichnet Petry als "katastrophal".

Die Einschätzung des Brandenburger Vorsitzenden Alexander Gauland, die Flüchtlingskrise sei "ein Geschenk" für die AfD, nennt sie einen "fatalen Satz". Es sind drastische Stellungnahmen - die praktisch garantieren, dass Petry von diesen Parteikollegen keine Rückendeckung mehr erhält.

Wer sonst soll Petry also noch stützen, wenn die Königsmörder in der Populistenpartei Ernst machen? Äußerungen dieser Art seien "nicht besonders klug", mahnt ein anonymes Parteimitglied auf "Zeit Online". Ein anderes beschreibt die Reaktionen auf das Interview: "Zwischen Fremdschämen und Kopfschütteln".

Die Vorstände halten lieber zu einem anderen

Eine Art Nagelprobe für die Macht der Chefin war der Zank um ihren Pressesprecher Christian Lüth, den sie nach drei geplatzten Interviews mit dem ZDF-Morgenmagazin geschasst hatte. Die Loyalität schien jedoch eher auf Lüths Seite zu sein: Er sprach fortan nicht mehr für Petry, aber weiter für die anderen zwölf Bundesvorstände.

Für Gegner könnten die Zeiten derzeit kaum besser sein, für Petry sind sie mehr als ungewiss - sexy und dämonenhaft schön zu sein, hilft da wenig.

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