POLITIK
26/03/2016 06:04 CET | Aktualisiert 26/03/2016 06:57 CET

Dieses Bundesland will einen Teil der Idomeni-Flüchtlinge aufnehmen

Pacific Press via Getty Images
IDOMENI, GREECE - 2016/03/12: Thousands of refugees from Syria are locked in Idomeni on the border between Greece and Macedonia. The borders are closed, the hygienic and sanitary conditions are poor, many volunteers are helping in every way there're thousands of men, women and children stuck between the railroad tracks. (Photo by Davide Bosco/Pacific Press/LightRocket via Getty Images)

  • Thüringen will bis zu 2000 Idomeni-Flüchtlinge aufnehmen

  • Noch leben etwa 12.000 Migranten in dem griechischen Skandal-Lager

Mit dieser Ankündigung dürfte sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in seinem Heimatbundesland nicht nur Freunde machen. Ramelow sieht in seinem Bundesland noch Kapazitäten für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge. "Wir können unseren Teil zu einer europäischen Kontingentlösung beitragen", sagte er dem „Spiegel“.

Derzeit stünden von zehn Erstaufnahmeunterkünften im Freistaat sieben leer. Der Regierungschef des ostdeutschen Bundeslands kann sich auch gut vorstellen, dass Thüringen im Rahmen einer koordinierten Aktion mehrerer Bundesländer "1000 bis 2000 Flüchtlinge aufnimmt, die im griechischen Idomeni gestrandet sind und verzweifelt auf Hilfe hoffen". Voraussetzung sei, dass die Bundesregierung in Visafragen und bei der Logistik helfe.

Der flüchtlingsfreundliche Kurs des Ministerpräsidenten hat aber nicht nur humanitäre Gründe: "Ich wurde schon von Arbeitgebern angesprochen, die sich Sorgen machen, dass nun keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen."

In dem völlig überfüllten Camp in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze sitzen derzeit mehr als zehntausend Flüchtlinge fest, weil Mazedonien die Grenze geschlossen hat. Die Menschen leben dort teilweise unter unwürdigen Bedingungen.

Mittlerweile hat der griechische Staat immerhin rund 20 Busse zum Elendskamp von Idomeni geschickt. Den rund 12.000 Migranten wurde abermals angeboten, das provisorische Lager freiwillig zu verlassen und in anderen organisierten Aufnahmelagern untergebracht zu werden. Die Aktion stieß aber nach ersten Informationen griechischer Medien auf kein großes Interesse der Migranten.

Ramelow ist der erste Ministerpräsident, der sich so hilfsbereit gegenüber den Idomeni-Flüchtlingen zeigt. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt eine Aufnahme der an mazedonischen Grenze gestrandeten Flüchtlingen abgelehnt. Aus CSU-Kreisen hieß es am Samstag gegenüber der Huffington Post, eine solche Ankündigung sei "das falsche Signal in der Flüchtlingspolitik".

Auch auf HuffPost:

Video: Ich bin stolz, Deutscher zu sein. Nur schreiben kann ich leider nicht