POLITIK
26/03/2016 17:36 CET | Aktualisiert 26/03/2016 18:10 CET

Österreichischer Bundeskanzler nennt Merkels Politik "ausgesprochen unfair"

Adam Berry/Getty Images
Österreichs Bundeskanzler fühlt sich von Angela Merkel "unfair behandelt"

  • Der österreichische Regierungschef kritisiert Kanzlerin Angela Merkel
  • Er findet, Österreich müsse für Deutschlands Flüchtlingspolitik büßen

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann fühlt sich von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise "ausgesprochen unfair" behandelt. Das Land wolle nicht zur Pufferzone Deutschlands werden, sagte der SPÖ-Politiker der "Presse am Sonntag" in einem Interview.

Bereits Mitte März hatte Faymann die deutsche Bundeskanzlerin scharf kritisiert und sie zu mehr Klarheit in der Flüchtlingspolitik aufgefordert. Er verlangte von Merkel, eine Aussage darüber, wie viele Schutzsuchende Deutschland aufnehmen wolle, wie die "Welt" berichtete.

Faymann: Deutschland nutze seine geografische Lage aus

Faymann sagte im aktuellen Interview, persönlich habe er ein gutes Verhältnis zu Merkel. Politisch aber sei es sehr angespannt.

Deutschland habe eine geografisch bessere Lage als Österreich, da dieses das erste Land auf der Balkanroute sei, in dem Flüchtlinge Asylanträge stellen wollten: "Wenn ein oder zwei Millionen Menschen durch Österreich wollen, kann Deutschland durch seine Grenzabwicklung relativ einfach einen Rückstau bei uns bewirken", so der österreichische Bundeskanzler. "Merkels Politik kann dazu führen, dass Österreich Schaden nimmt."

Ein Versagen sieht Faymann aber auch bei Europäischen Union. Besonders kritisiert er Versäumnisse beim Schutz der EU-Außengrenzen: "Ein Funktionieren von Frontex hätte es längst geben sollen." Österreich würde im Rahmen einer EU-Mission sofort Soldaten bereitstellen.

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