POLITIK
26/03/2016 12:12 CET | Aktualisiert 26/03/2016 14:39 CET

Frauen teilen ihren schlimmsten Moment - diese Männer nutzen es aus

Gettystock
Frauen wurden sexuell belästigt - wie diese Männer reagieren, ist einfach nur widerlich

Es sind Hunderte Beispiele. Von grapschenden Händen, von Kameras unter Röcken, von sexistischen Beleidigungen. Von Männern, die vor Frauen die Hosen herunterlassen. Von Männern, die Frauen zwischen die Beine fassen. Von niemandem, der hilft.

Unter dem Hashtag "#imzugpassiert" berichten derzeit unzählige Frauen auf Twitter von solchen Erlebnissen während Zugfahrten. Der Hashtag ist eine Reaktion auf die Ankündigung der Mitteldeutschen Regionalbahn, in Zügen zwischen Leipzig und Chemnitz künftig Abteile für Frauen zur Verfügung zu stellen. Das Sicherheitsgefühl von Frauen solle so erhöht werden.

Die Vielzahl an geteilten Erlebnissen macht deutlich: Sexismus ist Teil des deutschen Alltags. Vor Köln, nach Köln.

Doch wie leider so oft ruft auch dieser Versuch, Missstände anzuprangern, in Windeseile Unmenschen auf den Plan - die mit übelsten rassistischen und sexistischen Äußerungen versuchen, ihre jämmerlichen Egos digital aufzuwerten.

Flüchtlingshetze steht dabei selbstredend ganz hoch im Kurs. Die Logik der Rassisten dabei: Frauen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, sind selber schuld, wenn sie vergewaltigt werden. Der Aufruf "refugees welcome" sei quasi gleichbedeutend mit einer Einladung zur Vergewaltigung.

Eine andere Variante, Frauen zu erniedrigen, ist leider schon ein Klassiker: Frauen erfinden Geschichten, weil sie keinen Mann abkriegen.

Dieser User findet, die Frauen sollten sich mal nicht so anstellen. Im Vergleich zu Jesu Leiden am Kreuz seien deren Probleme nichts.

Wir sind sicher, dass sich dieser User noch nie über einen Stau, ein heruntergefallenes Marmeladenbrot oder einen Schlag ins Gesicht aufgeregt hat. Sind schließlich Lappalien.

Dieser "Krieger" hat eine Idee, auf die sind wir hilflosen Frauen noch nicht gekommen: Wir müssen uns wehren. Wenn das nicht geht = selber schuld. Die bestechende Logik einer Fließamöbe. (Falls ihr dieses Tierchen nicht kennt: Es zählt selbst unter den Einzellern zu den Untalentiertesten.)

Ein User hat das, was da manche Herren abziehen, sehr gut zusammengefasst:

Noch eines zeigt diese Debatte aber auch sehr deutlich: Sexuelle Belästigung wird als Problem oftmals nicht ernst genommen. Frei nach dem Motto: "Wer sich nicht wehrt, ist selber schuld." oder "Warum trägt sie denn einen Minirock" wird Frauen mit derartigen Erlebnissen oft genug kein Gehör geschenkt. Umso wichtiger, dass sich betroffene Frauen an öffentliche Stellen wenden, um Unterstützung zu erfahren. Wie etwa beim Hilfetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Auch auf HuffPost:

Im Mülleimer gefunden: Das steht im Testament des Brüssel-Attentäters