POLITIK
25/03/2016 15:17 CET | Aktualisiert 25/03/2016 19:37 CET

Umfrage zeigt: AfD-Anhänger jammern, obwohl es ihnen gut geht

  • Eine neue Umfrage zeigt überraschenderweise: AfD-Anhängern geht es wirtschaftlich gut

  • Sie sind aber unzufriedener mit Merkels Flüchtlingspolitik und konservativer als der Schnitt

Die AfD hat ihre – je nach Betrachtungsweise - traumhaften oder albtraumhaften Wahl- und Umfrageergebnisse zu einem guten Teil der Flüchtlingskrise und dem Umgang der deutschen Politik damit zu verdanken.

99 Prozent der AfD-Anhänger sind laut einer neuen Umfrage von TNS Infratest für den „Spiegel“ weniger oder gar nicht zufrieden mit Angela Merkels Flüchtlingspolitik. Mit weitem Abstand folgen Anhänger der Linken mit 65 Prozent.

Nun gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten, warum so viele Menschen ihre Kreuz bei der AfD machen:

  1. Sie haben– ob berechtigt oder nicht – Angst um ihren Lebensstandard, wenn der Sozialstaat sich nun um Hunderttausende Menschen mehr kümmern muss.
  2. Oder sie haben einfach was gegen Ausländer.
  3. Sie wählen die AfD aus Protest gegen die Politik der etablierten Parteien, die sich in der Krise anhören müssen, die Bevölkerung in die Entscheidungen zu wenig einzubeziehen.

Die Umfrage legt nahe, dass zumindest Variante eins ausscheidet. Denn 79 Prozent der AfD-Sympathisanten schätzen ihre persönliche wirtschaftliche Situation als gut oder sehr gut ein. Nur die Anhänger der FDP und Grünen sehen sich noch besser gestellt.

Wut auf "die da oben"

Dagegen finden 88 Prozent der befragten AfD-Sympathisanten, „die da oben in der Politik“ machten ohnehin, was sie wollten. Das ist ein deutlich höherer Prozentsatz als unter den Anhängern anderer Parteien – bei der Union sind es zum Beispiel nur 44 Prozent.

Interessant an dieser Politikverdrossenheit ist allerdings, dass dann immer noch so viele AfD-Anhänger wählen gingen. Denn auch die Spitze der AfD ist schließlich ein Teil von „die da oben“.

Ziemlich konservativ

Gleichzeitig scheinen die AfD-Anhänger konservativer zu sein als der Rest der Bevölkerung. Auf die Frage, ob es gut sei, dass Deutschland liberaler geworden sei, etwa in Sachen Frauenemanzipation oder Gleichstellung von Homosexuellen, antworteten nur 67 Prozent der AfD-Anhänger mit ja, der Schnitt aller Befragten lag bei 86 Prozent.

Mit ihrem Grundsatzprogramm, das derzeit neu erarbeitet wird, scheint die AfD damit den Nerv gut zu treffen. Die Partei wirbt für eine neue Asylpolitik, eine Volksabstimmung über den Euro, die Rückkehr zur Wehrpflicht und ein traditionelles Familienbild.

Im Programmentwurf wird „die Familie aus Vater, Mutter und Kind als Keimzelle der Gesellschaft“ gewürdigt. Ausdrücklich wenden sich die Autoren „gegen die vom Gender Mainstreaming propagierte Stigmatisierung traditioneller Geschlechterrollen“.

Mit Material der dpa

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