POLITIK
24/03/2016 13:28 CET

Nur einen Tag nach Anschlägen in Brüssel: Mann löst absichtlich Terroralarm an Bahnhof aus

dpa
Nur einen Tag nach Anschlägen in Brüssel: Mann löst absichtlich Terroralarm an Bahnhof aus

  • Ein Münchner hat am Nürnberger Hauptbahnhof Terroralarm ausgelöst

  • Er ließ seinen Aktenkoffer absichtlich unbeaufsichtigt stehen

  • Grund: Er habe die Polizei "testen" wollen

Der Schock der Terroranschläge in Brüssel sitzt den Menschen in ganz Europa noch in den Knochen. Die Polizei kontrolliert an Flughäfen und Bahnhöfen verschärft, viele Reisende sind nervös. Die perfekte Gelegenheit - für einen schlechten Scherz. Dachte offenbar ein Münchner.

Nur einen Tag nach den Anschlägen ließ der 51-Jährige absichtlich einen Aktenkoffer am Nürnberger Hauptbahnhof stehen und löste damit Terroralarm aus wie die Bundespolizei der "Huffington Post" bestätigte.

Bewusst ausgelöst

Polizeibeamte, die auf Streife waren, bemerkten das herrenlose Gepäckstück in der Osthalle des Bahnhofs am Mittwoch gegen Mittag. Laut Thomas Borowek, Polizeihauptkommissar und Leiter der Pressestelle der Bundespolizeidirektion München, räumten sie den Bereich und sperrten ihn ab. Außerdem befragten sie Passanten, ob ihnen der Aktenkoffer gehöre - es meldete sich jedoch zunächst keiner.

Vergesse Gepäckstücke an Bahnhöfen oder Flughäfen sind keine Seltenheit, normalerweise steckt allerdings keine böse Absicht dahinter. In diesem Fall war es aber anders.

Videoaufnahmen von Überwachungskameras sollen laut Polizei nämlich beweisen: Der Übeltäter beobachtete die ganze Szene mehrere Minuten aus der Ferne und amüsierte sich offenbar köstlich darüber.

Ein "Scherz" - zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt

Schließlich ging der Münchner dann doch auf die Polizeibeamten zu und gab zu, dass der Koffer ihm gehöre. Er habe nur testen wollen, wie lange die Polizei brauche, um den Koffer zu finden, sagte der 51-Jährige laut Bundespolizei.

Seine Belustigung über den "Scherz" konnten die Beamten nicht teilen. Borowek von der Bundespolizei bezeichnete das Handeln des Mannes gegenüber der "Huffington Post" als "absolut verwerflich". Er habe einen Einsatz provoziert, während die Kräfte an anderer Stelle möglicherweise gebraucht worden wären.

Außerdem komme es einer "Verhöhnung der Betroffenen" von den Anschlägen in Brüssel gleich. "So was geht gar nicht", kommentiert Borowek. Nun wird gegen den Tester ein Ermittlungserfahren eingeleitet.

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