POLITIK
24/03/2016 03:09 CET

Türkei nahm Brüssel-Attentäter fest - Belgier ließen ihn laufen

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

  • Einer der Brüsseler Attentäter wurde im vergangenen Jahr in der Türkei festgenommen

  • Trotz Warnungen ließen die belgischen Behörden den Mann laufen

Nach der Terrorwelle von Brüssel hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine mögliche Behördenpanne aufgedeckt: Einer der drei Attentäter sei im Sommer 2015 in der Türkei als "ausländischer Kämpfer" gefasst und abgeschoben worden, sagte Erdogan am Mittwoch.

Trotz Warnungen der Türkei an die belgischen Behörden sei der Mann freigelassen worden. Den Namen nannte Erdogan nicht. Aus türkischen Regierungskreisen verlautete aber, dass es sich um Ibrahim El Bakraoui handele. Offenbar war er auf dem Weg in das IS-Gebiet in Syrien.

Belgischer Justizminister wies den Vorwurf zurück

Die belgischen Behörden hatten die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui als zwei der Selbstmordattentäter identifiziert, die am Dienstag in Brüssel am Flughafen und in der U-Bahn 31 Menschen getötet und mehr als 270 verletzt hatten.

Die Täter gehörten womöglich zur gleichen Terrorzelle wie der vergangene Woche verhaftete mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam. Zu beiden Terrorserien hat sich der sogenannte Islamische Staat bekannt.

Der belgische Justizminister Koen Geens hat den Vorwurf der Türkei zurückgewiesen, den Brüsseler Selbstmordattentäter fahrlässig auf freiem Fuß gelassen zu haben. El Bakraoui habe in Belgien keine terroristischen Straftaten begangen, sagte Geens am Mittwochabend dem Sender VRT.

Justizministerium will sich heute äußern

Als El Bakraoui von der Türkei ausgewiesen wurde, sei er lediglich als normaler Straftäter auf Bewährung bekannt gewesen. Seinem Wissen nach sei El Bakraoui auch nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande abgeschoben worden, ergänzte Geens.

Das niederländische Justizministerium teilte am Abend mit, der Vorgang werde geprüft. Weitere Informationen seien nicht vor Donnerstag zu erwarten.

Mit Material der DPA

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