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23/03/2016 02:56 CET | Aktualisiert 23/03/2016 03:01 CET

Was steckt hinter der Verfolgungsjagd mit 3 Toten bei Stuttgart?

Was steckt hinter der Verfolgungsjagd mit 3 Toten bei Stuttgart?
dpa
Was steckt hinter der Verfolgungsjagd mit 3 Toten bei Stuttgart?

  • Zwei der Menschen, die am Dienstag bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei starben, waren den Behörden bekannt

  • Die Polizei hat nun weitere Details des Unfall bekanntgegeben

Die Leitplanke ist durchbrochen, das metallgraue Auto vollkommen zerstört. Aus dem Wrack ragen Drähte, Kabel und verbogene Rohre, die Parkbucht ist übersät mit Glassplittern und Blechteilen.

Blutverschmierte Stofffetzen und Airbag-Reste hängen über den Sitzen, in denen am frühen Dienstagmorgen in der Nähe von Stuttgart eine 23 Jahre alte Frau, ein 26-Jähriger und der zunächst nicht identifizierte Fahrer auf der Flucht vor einem Streifenwagen starben.

Das Trio war in einem Mietwagen panisch vor einer Geschwindigkeitskontrolle geflohen - warum genau, ist noch nicht so richtig klar.

Zwar sind der Polizei zwei der Insassen wegen Drogendelikten einschlägig bekannt. Das könnte aber auch ein Zufall sein. "Genaue Schlüsse können wir erst ziehen, wenn auch der Fahrer identifiziert ist", sagt ein Sprecher der Polizei Reutlingen.

Vielleicht habe der Mann am Steuer ja selbst unter Drogen gestanden. Eine Blutentnahme wird sowohl bei ihm als auch den beiden anderen Unfallopfern angeordnet.

Fahrer raste mit 182 Kilometern pro Stunde über die Autobahn

Zwei Verkehrspolizisten des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hatten am frühen Morgen den Wagen stoppen wollen, der mit exakt 182 gemessenen Stundenkilometern über die Autobahn 8 auf sie zurast. Statt anzuhalten "drückte der Fahrer sofort aufs Gaspedal", berichtet die Polizei.

Die Beamten nehmen mit Blaulicht und Martinshorn die Verfolgung auf, haben aber Mühe, dranzubleiben, weil der Wagen so schnell ist, wie ein Sprecher sagt.

Die Kontrolle selbst war eigentlich Routine: In einer Behelfsausfahrt an dieser Stelle der A8 stehen häufig Streifenwagen und messen mit Lasergeräten die Geschwindigkeit der herannahenden Autos, erklärt ein Sprecher der Polizei Ludwigsburg - "schon von weitem wird das Tempo erfasst".

Das Auto habe aber nicht nur die Haltesignale ignoriert, sondern sogar noch beschleunigt, sagt er. "Dann sind unsere Polizeibeamten schon gehalten, hinterherzufahren und den Fahrer festzustellen - aber nicht um jeden Preis, nicht auf Biegen und Brechen", fügt er hinzu.

Fahrer hängte Polizei ab

Das Auto mit Münchner Kennzeichen ist so schnell, dass der Streifenwagen mehrere Hundert Meter zurückbleibt und die Beamten den Unfall gar nicht selbst mit ansehen. "Sie haben nur noch die Lichter gesehen - und plötzlich waren die Lichter weg."

Da ist der Mietwagen gerade in die Haltebucht gerast. Er streift die Leitplanke, überschlägt sich und prallt in zwei parkende Lastwagen. Drei Menschen sind tot.

Viele Puzzleteile gilt es jetzt zusammenzusetzen. Ein von der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestellter Gutachter soll untersuchen, wie genau es zu dem Unfall kam.

Das Ergebnis der Blutuntersuchung der Toten wird in einigen Tagen erwartet. Der unbekannte Fahrer muss noch identifiziert werden. Er trug zwar einen Ausweis bei sich. Sein eigener war es aber nicht.

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