POLITIK
23/03/2016 23:33 CET | Aktualisiert 24/03/2016 02:00 CET

Polen will nach Brüsseler Anschlägen keine Flüchtlinge aufnehmen

Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo.
Getty
Die polnische Regierungschefin Beata Szydlo.

  • Unter dem Eindruck der Anschläge rudert Polen von seiner Zusage zurück

  • Das Land hatte sich bereit erklärt, 7.500 Flüchtlinge aufzunehmen

  • Dahinter steckt die Furcht vor einer höheren Gefahr terroristischer Anschläge

Nach den Terroranschlägen von Brüssel will Polen keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen. Regierungschefin Beata Szydlo sagte dem Sender Superstacja, sie sehe "derzeit keine Möglichkeit, dass Flüchtlinge nach Polen kommen".

Szydlos liberalkonservative Amtsvorgängerin Ewa Kopacz und ihre Regierung hatten sich in Gesprächen mit der EU zur Aufnahme von rund 7.500 Flüchtlingen verpflichtet.

"Nach dem, was gestern in Brüssel passiert ist, ist es nicht möglich, jetzt zu sagen, dass wir es okay finden, überhaupt Einwanderer aufzunehmen, sagte Szydlo. Sie kritisierte außerdem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie "Migranten nach Europa eingeladen" habe.

Sicherheitsberater fürchtet höhere Terrorgefahr

Auch Pawel Soloch, der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Andrzej Duda, warnte im Fernsehsender TVN24 vor zu vielen Flüchtlingen in Polen. "Passen wir auf, dass aus 10.000 nicht 100.000 werden", sagte er. Er sehe bei einer größeren Zahl von Neuankömmlingen einen Anstieg der Terrorgefahr.

Szydlo und ihre nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatten bereits im Wahlkampf Furcht vor muslimischen Flüchtlingen geschürt. In diesem Jahr wollte Polen zunächst 400 Flüchtlinge aufnehmen. Die nächsten sollten in den kommenden drei Jahren nach Polen einreisen.

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