POLITIK
23/03/2016 07:21 CET | Aktualisiert 12/01/2017 13:40 CET

Nach Anschlägen in Brüssel: Österreichischer Medienmogul Wolfgang Fellner will Islam in Europa verbieten lassen

  • Ein österreichischer Publizist will den Islam in Europa verbieten lassen

  • Er behauptet: In Moscheen und Kindergärten werde der Terror gefördert

Es war abzusehen: Nach den schrecklichen Terroranschlägen von Brüssel diskutiert Europa wieder einmal um den Zusammenhang von Religion und Gewalt.

Islam-Kritik in deutschen Medien

Die Debatte ist nicht neu: Im Namen keiner anderen Religion seien in den vergangenen Jahren derart barbarische Taten begangen worden, hatte das Polit-Magazin "Cicero" bereits nach den Paris-Attentaten kommentiert. Die "Welt" schrieb damals, dass das Beschwichtigen, die Attacken dürften nicht mit dem Islam in Verbindung gebracht werden, "endlich aufhören" müsse.

Dass es sich bei den islamistischen Attentätern jedoch häufig um Menschen mit gebrochenen Biografien handelt, die sich in einer extremen Variante ihrer Religion verloren haben, wird bei der Debatte häufig außer Acht gelassen. Die größte Gefahr, so scheint es dieser Tage, ist die Konstruktion einfach gestrickter Feindbilder.

Umso bedenklicher ist das, was jetzt Wolfgang Fellner, Herausgeber der österreichischen Tageszeitung "Österreich", in einem Kommentar für sein Blatt verfasst hat.

"An diesen Orten wird der Terror gefördert"

Fellner geriert sich als strenger Bewahrer der europäischen Identität. Sein Rezept: eine Art Islam-Prohibition. "Mittlerweile muss die Diskussion erlaubt sein, ob nicht der Islam als solcher in Europa verboten werden sollte", schreibt Fellner in einem Beitrag, der inzwischen auf dem Online-Portal "oe24.at" abgerufen werden kann.

Fellner weiter: "Bei allem Respekt für die Freiheit der Religionen und die vielen friedlichen, sympathischen Anhänger des Islam auch bei uns in Österreich: Die Grenzen zwischen dem friedlichen Islam und den Terror im Namen des Islam verwischen sich immer mehr. In unseren städtischen Kindergärten. In vielen Moscheen." An diesen Orten werde Terror gefördert, gepredigt, vorbereitet, erklärt der "Österreich"-Herausgeber. Sein Appell: "So kann und darf es nicht weitergehen."

Islam-Kritik aus deutschen Kirchenkreisen

In Deutschland hatte es bereits 2014 erbitterte Kämpfe um die Deutungshoheit des Islam gegeben. Damals hatte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider muslimischen Verbänden in Deutschland mangelnde Kritik an gewalttätigen Traditionen im Islam vorgeworfen.

"Was von den Verbänden an Auseinandersetzung mit Ansatzpunkten für die Legitimierung von Gewalt im Koran und in der islamischen Tradition bisher kommt, ist mir zu wenig", sagte Schneider damals.

Zuletzt hatte die muslimische Buchautorin Sabatina James für Schlagzeilen gesorgt. Die These der 33-jährigen pakistanisch-österreichischen Menschenrechtsaktivistin: Der Mehrheitsislam der islamischen Staatengemeinschaft sei nicht demokratisch, sondern islamistisch.

"Das ist weder eine Gleichsetzung noch eine Vereinfachung. Das sind die Tatsachen, die noch keiner widerlegen konnte und mit denen wir uns auseinandersetzen müssen", sagte sie zuletzt in einem Interview mit der "Berliner Zeitung".

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