POLITIK
23/03/2016 14:43 CET

Schusswaffen-Streit eskaliert: Petry attackiert von Storch

dpa

  • Streit um Schwusswaffen-Gebrauch innerhalb der AfD-Parteiführung

  • Parteichefin Petry legt sich mit von Storch an

  • Schon vor kurzem hatte ein Politologe neue Machtkämpfe bei der AfD vorausgesagt

Die Debatte um einen Schusswaffen-Einsatz gegen Flüchtlinge sorgt für neuen Ärger innerhalb der AfD. Während die Parteivorsitzende Frauke Petry Äußerungen ihrer Vorstandskollegin Beatrix von Storch als "katastrophal" bezeichnet, sieht von Storch ihre Parteichefin in der Verantwortung.

"Die Debatte um Schusswaffen hat Frauke Petry losgetreten", betonte die stellvertretende AfD-Vorsitzende in der "Bild"-Zeitung. "Das war der Kardinalfehler", sagte sie.

Petry verteidigte Schusswaffen-Einsatz gegen Flüchtlinge

Petry hatte im Januar in einem Interview mit dem "Mannheimer Morgen" den Einsatz von Schusswaffen bei Grenzkontrollen gefordert, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Kurz darauf verteidigte von Storch diese Aussagen auf Facebook. Auf die Frage "Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?" antwortete die Berliner AfD-Vorsitzende knapp mit "Ja" - auch wenn sie dies später relativierte.

"Ich will keine Toten"

Knapp zwei Monate später sagte Petry nun in einem Interview mit der "Bunten": "Was Beatrix gesagt hat, war katastrophal. Ich will keine Toten." Sie selber sei deshalb nie dafür gewesen, dass an der Grenze auf Menschen geschossen wird. Sie habe nur von Schusswaffengebrauch gesprochen. "Das kann auch nur ein Warnschuss sein."

Erst vor kurzem hatte der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer im Gespräch mit der Huffington Post neue Machtkämpfe innerhalb der AfD vorausgesagt. “Jetzt, wo der Druck des Wahlkampfes weg ist, werden die innerparteilichen Konflikte und Machtkämpfe bei der AfD wieder ausbrechen", sagte Alzheimer.

"Bis zum Wahlsonntag dürften ambitionierte AfD-Landeschefs die Füße still gehalten haben - zum Wohl der Partei", erklärte der Parteienforscher kurz nach den jüngsten Landtagswahlen. Es sei jedoch klar, dass die Zahl der AfD-Kraftzentren mit den Wahlerfolgen vom Sonntag zugenommen habe. Das könnte nach Meinung des Experten "die Macht-Tektonik innerhalb der AfD verschieben".

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