POLITIK
22/03/2016 07:42 CET | Aktualisiert 22/03/2016 08:00 CET

Anschläge in Brüssel: War es ein Racheakt für Abdeslams Festnahme?

Terror in Belgien: Ist es ein Racheakt?
dpa
Terror in Belgien: Ist es ein Racheakt?

  • Experten zu den Anschlägen in Brüssel

  • Es könnte ein Racheakt wegen Abdeslams Festnahme sein

  • Französischer Staatsanwalt warnte am Montag vor Anschlägen in Brüssel

Die Anschläge von Brüssel erschüttern an diesem Dienstagmorgen Belgien und Europa. Bisher hat sich noch keiner zu den Terrorakten bekannt.

Es könnten jedoch ein Racheakt für die Festnahme des Paris-Attentäters Salah Abdeslam am Freitag gewesen sein. Das ist die Einschätzung französischer Experten, berichtet die Zeitung "Frankfurter Allgemeine".

Die Attentate könnten demnach von den verbleibenden Mitglieder jenes Terrornetzwerkes verübt worden sein, die auch die Anschläge im November in Paris verübt haben. So die Überlegung der Terror-Experten.

Hintergrund ist: Die Behörden hatten eingestanden, dass das Netzwerk größer war als zunächst angenommen war. "Racheakte nach der Festnahme von Salah Abdeslam scheinen deshalb wahrscheinlich“, sagte Claude Moniquet, französischer Terrorismusexperte, dem Fernsehsender BFM-TV der Zeitung zufolge.

Paris-Terroristen immer noch auf der Flucht

Denn noch nicht sind nicht alle Mitglieder des Netzwerkes verhaftet worden. Nach dem Sprengstoff-Experten der Gruppe, dem Belgier Najim Laachraoui, wird intensiv gefahndet. Laachraoui ist ein Kindheitsfreund von Abdeslam - ebenso wie der mutmaßliche Terrorist Mohamed Abrini, dem vermeintlichen Logistiker des Netzwerks.

Womöglich haben diese beiden Männer die Attentatspläne nach der Festnahme ihres Freundes Abdeslams beschleunigt. Das sagte Moniquet dem Zeitungsbericht zufolge.

Abdeslam gestand weitere Terrorpläne

Salah Abdeslam war am Freitag in Brüssel gestellt worden. Bei seiner Vernehmung soll er weitere Terrorpläne eingestanden haben.

Am Sonntag meldete sich der belgische Außenminister Didier Reynders zu Wort: Demnach habe Abdeslam selbst gesagt, dass er "bereit war, von Brüssel aus etwas Neues anzufangen." Eine Aussage, die sich wohl mit Beobachtungen von Ermittlern decken. Man habe auch ein neues Netzwerk von Leuten in seiner Umgebung gesehen, erklärte der Minister weiter.

Französischer Staatsanwalt warnte gestern noch vor Anschlägen

Zudem waren bei den Hausdurchsuchungen eine Menge schwerer Waffen gefunden worden. Der belgische Staatsanwalt wollte prüfen, ob Anschläge geplant gewesen seien.

Noch am Montag hatte der französische Staatsanwalt Francois Molins, der die Ermittlungen von Paris geleitet hat, dem Bericht der FAZ zufolge Brüssel vor Anschlägen gewarnt.

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