POLITIK
22/03/2016 01:53 CET | Aktualisiert 22/03/2016 01:57 CET

Paris-Terrorist holte Männer aus deutschem Flüchtlingsheim ab

Die Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Salah Abdeslam
AP
Die Festnahme des mutmaßlichen Terroristen Salah Abdeslam

  • Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll auch Anschläge in Deutschland geplant haben

  • Nach den Mitgliedern eines weiteren Terror-Teams wird noch gesucht

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll an Anschlagsplänen auf Deutschland beteiligt gewesen sein. Er habe einem vom IS gebildeten Netzwerk anehört, Das habe "explizit" auch Angriffe auf Deutschland geplant.

Die sagte ein hochrangiger Sicherheitsexperte dem "Tagesspiegel". Ein Indiz ist eine mysteriöse Reise von Abdeslam nach Deutschland. Das Netzwerk um die Paris-Attentäter erstrecke sich bis nach Ulm und Berlin.

IS stellte drei Terrorgruppen für Anschläge in Europa zusammen

Abdeslam war an den Anschlägen in Paris im November beteiligt. Er wurde am Samstag in Brüssel festgenommen.

Der Terrorverdächtige sei im Oktober 2015 von Belgien aus nach Ulm gefahren, um dort drei Männer abzuholen. Dort hätten sie als Flüchtlinge in einer Asylbewerberunterkunft gelebt. Wo sich die drei Männer heute befinden, sei unbekannt.

Nach dem Bericht des "Tagespiegels" habe der IS drei Gruppen für Angriffe in Westeuropa zusammengestellt, die zusammen etwa 30 Menschen umfassten.

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Mehrere Mitglieder des ersten Teams seien bei einem Luftangriff der Amerikaner auf die Stadt Rakka getötet worden. Die zweite Gruppe kam zumindest teilweise nach Frankreich und verübte die Anschläge in Paris. Wer zu der dritten Gruppe gehört, sei noch offen.

Weiterer Komplize identifiziert

Drei Tage nach der Festnahme von Abdeslam haben die belgischen Ermittler derweil einen weiteren Komplizen identifiziert. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wird nach dem 24-jährigen Najim Laachraoui gefahndet, der bisher unter dem falschen Namen Soufiane Kayal bekannt gewesen sei.

Trotz der Ermittlungserfolge sei die Polizei aber "noch weit" vom Abschluss der Ermittlungen entfernt, sagte Generalstaatsanwalt Frédéric van Leeuw.

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