POLITIK
22/03/2016 23:44 CET | Aktualisiert 23/03/2016 02:27 CET

Polizei steht vor einem Rätsel - warum lief der dritte Attentäter plötzlich weg?

  • Die belgische Polizei sucht einen dritten Attentäter

  • Er verließ den Flughafen und ließ eine Bombe zurück, die nicht explodierte

  • Die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten

Nach dem Terroranschlag am Brüsseler Flughafen jagt die Polizei den dritten Attentäter. Dabei hat sie die Bevölkerung um Hinweise gebeten. Über Twitter wurden am frühen Mittwochmorgen Bilder von allen drei Verdächtigen verbreitet.

Die drei Terroristen waren kurz vor den Explosionen in der Abflughalle von einer Überwachungskamera aufgenommen worden. Über allen Bildern steht hinter dem Schlagwort "Terrorismus" die Frage "Wer kennt diesen Mann?".

Zwei Männer aus dem Terror-Team sprengten sich mit Sprengsätzen selbst in die Luft. Doch ein dritter Verdächtiger schien es sich plötzlich anders überlegt zu haben.

Er hat nach offiziellen Angaben am Flughafen der belgischen Hauptstadt eine Bombe platziert. Diese sei aber nicht explodiert, sagte Belgiens Innenminister Jan Jambon am späten Dienstagabend dem US-Sender CNN.

Warum sprengte sich der dritte Attentäter nicht in die Luft?

Nach Angaben des Bürgermeisters der Gemeinde Zaventem, Francis Vermeiren, zeigen die Bilder der Videoüberwachung, wie der dritte Verdächtige seinen Gepäckwagen in der Ankunftshalle plötzlich stehen lässt und wegläuft.

Die drei Männer hatten sich demnach kurz nach ihrer gemeinsamen Ankunft am Flughafen getrennt und sich in der Abflughalle verteilt.

Auf den Bildern ist zu sehen, wie die drei Männer gemeinsam die Abflughalle betreten. Sie schieben Wagen mit großen Taschen darauf vor sich her. Bei den zwei Selbstmordattentätern handelt es sich den Bildern zufolge um jüngere dunkelhaarige Männer. Beide trugen bei den Anschlägen eine helle Hose und ein dunkles Oberteil.

Nur der dritte Mann verdeckte sein Gesicht

Auffällig ist, dass die zwei Selbstmordattentäter einzelne Handschuhe an der linken Hand trugen. Vermutlich sollten diese die Auslöser der Sprengsätze verdecken. Der dritte Mann hatte keinen. Er trug dagegen einen Hut, eine Brille und einen Bart. Es könnte sein, dass dies seine Identifizierung erschweren sollte.

Bei den Selbstmordattentätern waren die Gesichter klar erkennbar. Es ist daher möglich, dass die Attentäter durchaus planten, dass ein Attentäter sich nicht in die Luft sprengen sollte. Nach einem Bericht der "Bild" soll der Mann der Polizei bereits 2015 wegen einer reise nach Mekka aufgefallen sein.

Bereits am Dienstagabend hatte die belgische Polizei einen Aufruf an die Bevölkerung gestartet. In diesem bat sie um "Amateurbilder (...), auf denen die Urheber sichtbar sind, und die helfen könnten, die Ermittlungen voranzubringen".

Zu den Anschlägen auf den Flughafen und eine Metrostation hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat bekannt. Dabei wurden am Dienstag mindestens 34 Menschen getötet und etwa 230 weitere verletzt.

Mit Material der DPA und der AP

Auch auf HuffPost:

Mehr als 30 Tote und 130 Verletzte nach Anschlägen in Brüssel