POLITIK
22/03/2016 17:52 CET | Aktualisiert 22/03/2016 17:56 CET

Armut in Russland steigt auf höchsten Stand seit neun Jahren

Arme Menschen im russischen Sankt Petersburg
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Arme Menschen im russischen Sankt Petersburg

  • Immer mehr Russen sind arm

  • Die Löhne sinken kontinuierlich

  • Die wirtschaftliche Situation gefährdet die Macht von Staatschef Putin

Wegen der schweren Wirtschaftskrise ist in Russland die Zahl armer Menschen sprunghaft gestiegen. 2015 lebten 19,2 Millionen Russen und damit 13,4 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, wie das Statistikamt Rosstat am Montag in Moskau mitteilte.

Das waren 3,1 Millionen Menschen mehr als noch 2014 und so viele wie seit 9 Jahren nicht. Das Existenzminimum lag zuletzt bei 9452 Rubel pro Monat (nach aktuellem Kurs rund 122 Euro) und damit bei einem Viertel des Durchschnittslohns.

Die Arbeitslosigkeit betrug hingegen nach offiziellen Angaben im Februar 2016 wie in den Vormonaten 5,8 Prozent. Das waren knapp 4,5 Millionen Menschen. Schätzungen zufolge liegt die tatsächliche Quote aber weitaus höher.

Russlands Löhne sind im freien Fall

Die Reallöhne sind weiter im freien Fall: Im Februar verdienten die Menschen in Russland im Durchschnitt 6,9 Prozent weniger als im selben Monat des Vorjahres. Im Januar waren es im Jahresvergleich 6,3 Prozent weniger.

Russland steckt seit Monaten in einer tiefen Rezession. Grund ist vor allem der Preisverfall von bis zu 70 Prozent beim Erdöl, einem der wichtigsten Exportgüter. In der Folge war auch der Rubel zu US-Dollar und Euro massiv abgestürzt.

Diese Entwicklung könnte mittelfristig auch Putins Machtbasis gefährden. Schließlich war in der russischen Geschichte Armut der wichtigste Grund, warum russische Staatenlenker zu guter Letzt aus dem Amt gedrängt wurden.

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