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20/03/2016 13:59 CET | Aktualisiert 20/03/2016 15:25 CET

Psychologin: Diese 7 Dinge muss jedes Kind hören, um sich gut zu entwickeln

Psychologin: Diese 7 Dinge, muss jedes Kind hören
Jessica Peterson via Getty Images
Psychologin: Diese 7 Dinge, muss jedes Kind hören

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Kinder sind keine Dinge, sie sind kleine Menschen. Sie sind sensibel, unschuldig, ängstlich, mutig, neugierig, und für eine gewisse Zeit ist alles im Leben neu für sie. Und wenn alles neu ist, kann die Angst groß sein, während das Selbstbewusstsein niedrig ist.

Es ist wichtig, all das im Hinterkopf zu behalten. Kinder sind nicht in Deinem Leben, um Deine emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen, und sie sind keine kleinen Roboter, die man kontrollieren und herumkommandieren kann, damit sie sich gut benehmen. Kinder sind Menschen.

Es müssen bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden, damit sie lernen, belastbar zu sein, sich selbst zu lieben, sich um andere zu sorgen, aus Misserfolgen zu lernen und diese nachträglich in Siege zu verwandeln. Sie brauchen ein positives Selbstwertgefühl. Die Entwicklung ihres Selbstwertgefühls gehört als Elternteil in erster Linie zu Deinen Aufgaben.

1. „Ich liebe Dich.“

Du kannst einem Kind von Allem zu viel geben, doch Du kannst einem Kind nicht zu viel Liebe geben. Wenn Du Deinen Kindern sagst, dass Du sie liebst, und es oft sagst, lässt Du sie wissen, dass sie wertvolle Menschen sind. Es gibt einen Fan in ihrem Publikum. Geliebt zu werden gibt ihnen Mut, Zeit zu wachsen und Raum, um Fehler zu machen.

Es lässt Wunden heilen und lässt sie Freude verspüren. Liebe entwickelt das Gefühl der Kinder für die eigene Wertigkeit und gibt ihnen Hoffnung. Wenn Du „Ich liebe Dich“ sagst, wissen Deine Kinder, dass sie wertvoll, liebenswert und vollwertig sind. Es nimmt ihnen die Angst und gibt ihnen das Selbstvertrauen und die Sicherheit, die ihnen eine Stütze im ganzen Leben sein werden.

Wenn Du Deinen Kindern sagst, dass Du sie liebst, lernen sie, sich selbst und andere zu lieben.

2. „Ich bin stolz auf Dich.“

Damit Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln, brauchen sie Zuspruch und Anerkennung im Überfluss.

Kinder sehnen sich nach Deiner Unterstützung und Deinen Segen, und viele ihrer Verhaltensmuster zielen darauf ab, Deine Bestätigung, Liebe und Bestätigung zu bekommen.

Auch wenn Du mit ihrer Vorgehensweise nicht ganz einverstanden bist, musst Du sie in der schwierigsten Aufgabe überhaupt, auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit, unterstützen. Sei stolz auf sie!

Viele Eltern sagen ihren Kindern, dass sie stolz auf sie sind, doch die Häufigkeit, Kreativität und Aufrichtigkeit der Aussage machen dabei den Unterschied.

3. „Ich hatte Unrecht, und es tut mir leid.“

Wenn Du vor Deinen Kindern zugeben kannst, dass Du Unrecht hattest, zeigst Du ihnen, dass auch Du nur ein Mensch bist und dass Du verstehen kannst, wie sie sich dabei fühlen. Wenn Du aufrichtig zu ihnen bist, zeigst Du ihnen, dass es nicht möglich ist, perfekt zu sein, weder für sie noch für Dich.

Es zeugt von Ehrlichkeit, die eigenen Unzulänglichkeiten einzugestehen, und wenn Du das mit Deinen Kindern schaffst, hilfst Du ihnen, ihre eigenen Fehler zu akzeptieren und ermutigst sie, sich damit auseinanderzusetzen, wodurch wiederum ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird.

Durch Dein Verhalten lernen sie, dass es in Ordnung ist, nicht perfekt zu sein. Indem Du Verantwortung für Deine Fehler übernimmst, schaffst Du ein Umfeld aus Toleranz und Offenheit zwischen Dir und Deinen Kindern. Das ist der Grundstein für alle zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie in der Zukunft aufbauen werden.

4. „Ich verzeihe Dir.“

Für Eltern ist es einfach, zu glauben, dass die eigene Zeit, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche wichtiger sind, als die der eigenen Kinder. Daher behandelst Du sie als „Dinge“, die Deine Anforderungen und Wünsche erfüllen sollen, und zwar nach Deinen Vorgaben und zur passenden Zeit. Das ist jedoch total ungerecht. Wir sind alle nicht perfekt.

Als Eltern sagen wir leider Dinge, die wir nicht so meinen, und tun Dinge, die wir lieber hätten lassen sollen. Wir alle verschwenden mal Zeit, halten Versprechen nicht ein, vergessen wichtige Sachen und machen Fehler. Niemand von uns erfüllt in vollem Umfang alle Erwartungen, die an uns gestellt werden, einschließlich der eigenen. Kinder sind da genauso menschlich wie wir.

Niemand wird gern ständig an die eigenen Fehlentscheidungen oder Fehler erinnert, und das gilt auch für die Kleinen. Niemand möchte ewig für Fehler bestraft werden, vor anderen dafür gedemütigt werden oder sie vorgehalten bekommen.

Als Elternteil gilt es, ein Gleichgewicht zu finden: Einerseits muss das Kind lernen, die Konsequenzen seiner Taten zu tragen, andererseits darf man dabei seine Gefühle nicht verletzen. Es ist Aufgabe der Eltern, den Kindern beizubringen, dass sie liebenswert sind, obwohl sie nicht perfekt sind. Verzeih Deinen Kindern, ohne sie zu verurteilen.

5. „Ich höre Dir zu.“

Es ist unglaublich wichtig, Deinen Kindern zuzuhören, damit sie wissen, dass Du Anteil an dem nimmst, was sie beschäftigt. Indem Du ihnen zuhörst, erfährst Du, was in Deinem Kind vorgeht. Zuhören verschafft Dir einen Einblick in den inneren Kosmos Deines Kindes und stellt eine Verbindung her, die für Eltern und Kind gleichermaßen wichtig ist und in der sich beide wertgeschätzt fühlen.

Um unnötige Missverständnisse zu vermeiden, ist es hilfreich, den Kindern eine Rückmeldung zu dem Gesagten zu geben, als Bestätigung dessen, dass Du sie richtig verstanden hast. Sobald eine verständnisvolle Beziehung aufgebaut worden ist, kannst Du sie ermuntern, sie führen und loben.

Negative Bindungen entstehen, wenn Kinder sich unwichtig fühlen. Es ist wichtig für die Entwicklung ihres Selbstwertgefühls, gehört zu werden. Wie kannst Du Deine Kinder kennen und ihnen nahe sein, wenn Du ihnen nie wirklich zuhörst? Wenn Du mit ihnen schimpfst, hörst Du wahrscheinlich nicht zu. Sie sind anders als Du.

Anstatt ihnen die ganze Zeit zu erzählen, was sie tun sollen, höre ihnen erst zu und gib ihnen dann eine Richtung vor (wenn sie es wollen), indem Du dabei nach ihren Meinungen und Ansichten fragst. Das entwickelt ihre Problemlösefähigkeit sowie ihre Fähigkeit, selbst nachzudenken und die eigenen richtigen Entscheidungen zu treffen.

6. „Das ist Deine Verantwortung.“

Persönliche Verantwortung zu übernehmen gehört zum Erwachsenwerden. Wenn Dein Kind eine Entscheidung trifft, muss es die Konsequenzen der Entscheidung tragen, unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht war. Wenn Eltern ihren Kindern die Verantwortung für die eigenen Taten und Entscheidungen übertragen, ist das Ergebnis ein effektiver Lernprozess.

Deine Kinder werden schnell lernen, welche Handlungen richtig sind und welche eher unerwünschte Folgen nach sich ziehen. Diese Erfahrungen tragen zum Erlernen eines verantwortungsvollen Handelns bei und machen Deine Kinder stark für die Zukunft.

Wenn Du Deinen Kindern Verantwortung überträgst, zeigst Du ihnen, dass Du an ihre Entscheidungsfähigkeit glaubst. Ohne Verantwortung lernen Kinder nie, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Auch wiederkehrende Fehler sind für sie eine große Quelle der Lebenserfahrung.

7. „Du erfüllst alle Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein.“

Das Konzept des Erfolgs als unmittelbare Folge von Anstrengung und Ausdauer wird bereits in frühem Alter vermittelt. Ein gesundes Selbstwertgefühl wappnet Dein Kind gegen die Herausforderungen des Lebens. Erziehe Deine Kinder so, dass sie ihre Stärken und Schwächen kennen und sich damit anfreunden können.

Durch diese Erziehungsmethode werden Deine Kinder einfacher mit Konflikten umgehen und negativem Druck widerstehen können. Sie werden schneller lächeln und mehr natürliche Freude am Leben zeigen. Deine Kinder werden realistische und generell optimistische Menschen, wenn sie im Inneren daran glauben, dass sie alle Voraussetzungen erfüllen, um erfolgreich zu sein.

Ermutige Deine Kinder, indem Du an sie glaubst. Feiert zusammen ihre Bemühungen und Erfolge, sei an ihrer Seite, wenn sie scheitern. Bring ihnen bei, dass Versagen auf gewisse Art auch einen Erfolg darstellt, denn durch ihre Misserfolge finden sie ihren Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben.

Erziehe Deine Kinder mit Liebe und Disziplin. Es gibt einen Unterschied zwischen Disziplin und Bestrafung oder Erniedrigung. Wenn Du das Selbstwertgefühl Deiner Kinder zerstörst, egal in welchem Alter, sind die Folgen für sie oft ein Leben lang spürbar. Aufmerksamkeit ist geboten, denn sobald Deine Kinder erwachsen werden, ist es schwer, die Art, in der sie sich selbst wahrnehmen und definieren, zu ändern.

Daher ist es angebracht, das Selbstwertgefühl so früh wie möglich zu entwickeln und zu stärken, mit Beständigkeit und Aufrichtigkeit. Wenn Deine Kinder etwas in Angriff nehmen und scheitern, beim zweiten Versuch erneut scheitern und beim dritten Anlauf schließlich Erfolg haben, entwickeln sie ein Gefühl für den Umfang ihrer Fähigkeiten.

Gleichzeitig lernen sie sich besser kennen, durch die Interaktion mit anderen Menschen. Deine Liebe und Disziplin helfen Deinen Kindern, ein präzises und gesundes Selbstbild zu entwickeln. Liebe sie daher so sehr Du kannst.

Dieser oder Artikel ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Dr. Sirmula Halkiopoulou aus dem Englischen übersetzt.


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