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20/03/2016 14:39 CET

Das ist der wahre Grund, warum Frauen in den 30ern ihren Job kündigen

Yuri_Arcurs via Getty Images
Der wahre Grund, warum Frauen in den 30ern kündigen, ist nicht die Familienplanung

Warum kündigen Frauen in ihren Dreißigern ihre Jobs?

Das Interessante ist: Es hat sich herausgestellt, dass sie es aus dem gleichen Grund tun, wie Männer: Geld.

Der Hauptgrund, weshalb Frauen um die Dreißig ihren Job kündigen, ist der, dass sie eine besser bezahlte Stelle gefunden haben. Das besagt eine Studie, die Führungspersonen und Angestellte in sieben verschiedenen Unternehmen befragte, deren Studium fünf bis zehn Jahre zurücklag.

Diese Studie widerlegt einige weitverbreitete Vorurteile über Frauen und Arbeit. Es ist nicht die Mutterschaft, die Frauen aus ihren Stellen treibt. Die Gründe, aus denen Frauen in den Dreißigern ihre Stelle kündigen, unterschieden sich nicht besonders von denen, aus denen Frauen in ihren Zwanzigern ihre Stelle wechseln, so die Studie, von der zuerst im Magazin "Harvard Business Review" berichtet wurde.

Frauen haben ähnliche Kündigungsgründe wie Männer

Während Vorgesetzte der Meinung waren, Frauen würden aus Arbeit-kontra-Leben-Druck ihren Job kündigen, so sagten die in der Studie befragten Frauen etwas Anderes aus. Tatsächlich ähneln die Gründe, die Frauen ihren Job kündigen lassen, sehr den Gründen, die Männer angeben:

grafik frauen

Credit: Harvard Business Review

Veröffentlicht wurde die Studie vom International Consortium for Executive Development Research (ICEDR), einer Gruppe von 40 Unternehmen und 25 Business Schools, die sich auf Führungs- und Talentmanagement spezialisiert haben. Die Unternehmen, die an der Studie teilnahmen, sind A.P. Moller-Maersk, BlackRock, ebay, Fidelity, HubSpot, Philips und RBC.

Die Studie widerlegt die Realität, dass Frauen tatsächlich auch aus dem Grund ihre Stelle kündigen, um eine Familie zu gründen, nicht komplett. Wie man der oben stehenden Grafik entnehmen kann, steht die Familiengründung an fünfter Stelle bei den Gründen, aus denen Frauen aus dem Beruf austreten. Bei den Männern ist dieser Grund in den Top Fünf nicht zu finden.

Dennoch: Dadurch, dass die Studie die Rolle des Gehalts besonders hervorhebt, wird den Unternehmen nur noch ein weiterer Grund gegeben, dem Unterschied zwischen den Gehältern von Männern und Frauen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Unternehmen müssen sich den Frauen anpassen

Während es durchaus bekannt ist, dass zwischen den Gehältern von Männern und Frauen eine große, stagnierende Lücke klafft (für jeden Dollar, den Männer verdienen, bekommen Frauen in den USA beispielsweise 78 Cent), ist nur wenig darüber bekannt, wie die genau Gehälterstruktur der Unternehmen aussieht.

Einige Unternehmen haben das jetzt geändert. Gap, Salesforce und Intel haben ihre Gehälterstruktur vor kurzem öffentlich gemacht. Im Falle des Softwareunternehmens Salesforce gab es einen Gehaltsunterschied, den das Unternehmen letztendlich mit drei Millionen Dollar beglichen hat. Intel und Gap gaben beide an, dass es in ihren Unternehmen keine Gehaltsunterschiede gäbe.

Die Obama-Regierung schlug vor, dass Unternehmen verpflichtet sein sollten, über die Gehälter unter Berücksichtigung von Geschlecht und Herkunft Auskunft zu geben.

Traditionell herrscht der Glaube vor, dass Frauen ihre Stelle wechseln, um Beruf und Leben besser in Einklang zu bringen. Frauen werden erwachsen, sie heiraten, bekommen Kinder und müssen ihre Arbeit zurückschrauben. Sie kündigen. Je weiter man sich in den obersten Führungsetagen der Unternehmen umsieht, desto weniger Frauen sieht man.

"Familienplanung ist nicht der Hauptgrund, weshalb Frauen in ihren Dreißigern Unternehmen verlassen“

Die Studie fungiert hier allerdings als ein mahnender Zeigefinger. Der Hauptgrund, weshalb die meisten von uns arbeiten, ist das Geld. Wenn der Arbeitgeber hier nicht mitspielt, dann nützt auch die beste Job-Flexibilität und die ausgewogenste Work-Life-Balance nichts.

"Familienplanung ist nicht der Hauptgrund, weshalb Frauen in ihren Dreißigern Unternehmen verlassen“, schreiben die Autoren der Studie. "Man muss sich auf die wichtigen Punkte konzentrieren: Frauen fair zu entlohnen, sie mit Weiterbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu fordern und zu fördern und ihnen eine ausgefüllte Arbeit zu bieten.“

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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