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18/03/2016 09:07 CET

Mitten in der tunesischen Wüste entsteht etwas, das niemand für möglich gehalten hätte

Empty road in remote desert
Dave and Les Jacobs via Getty Images
Empty road in remote desert

  • In Tunesien entsteht derzeit eine Biofarm mitten in der Wüste

  • Durch die Nutzung natürlicher Ressourcen soll hier Gemüse produziert werden

Tunesien besteht zu 75 Prozent aus Wüste. Für das nordafrikanische Land, das grade einen gesellschaftlichen Wandel durchmacht, ein ökonomisches Problem: Denn landwirtschaftlich nutzbar war die große Sahara-Fläche bisher kaum.

Das soll sich nun ändern – durch ein gigantisches Projekt, finanziert vom norwegischen Außenministerium. 30 Millionen US-Dollar nimmt das skandinavische Land in die Hand, um 10 Hektar der Sahara zu bepflanzen.

tunesien

Die Idee beruht auf der Nutzbarkeit natürlicher Ressourcen: Die Gemüsefarm soll mit Solarkraft betrieben werden. Zudem soll Salzwasser zur Kühlung und Befeuchtung der Anlage verwendet werden, das extrahierte Salz verkauft werden.

So soll es funktionieren

Die konzernierte Sonneneinstrahlung soll verwendet werden, um so Hitze zum Betreiben einer Dampfturbine zu erzeugen. Mit der Energie wird das Meerwasser aufbereitet und durch Rohre auf der Anlage verteilt. So soll ermöglicht werden, in der Wüste das ganze Jahr lang Gemüse zu produzieren.

Nicht nur die Lebensmittelproduktion soll so angekurbelt werden. Das Projekt hilft Tunesien zudem dabei, seinen Energiezielen bis 2030 näher zu kommen.

Bisher ist nur ein Prozent der hier gewonnenen Energie aus erneuerbaren Quellen. Bis 2030 soll sich der Anteil auf 30 Prozent erhöhen.

tunesien wald

Auch in anderen Ländern gibt es bereits ähnliche Projekte: Seit 2011 arbeitet Jordanien mit Norwegen zusammen an einer ähnlichen Oase in der Wüste. In Katar gibt es seit 2012 ein Modelprojekt.

Das Chaos im Nahen Osten ist auch ein Klimaproblem

Nasa-Wissenschaftler hatten kürzlich festgestellt, dass sich der Nahe Osten in einer historischen Dürreperiode befinde. Sogar militärische Konflikte in der Region sehen sie in direktem Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen - eine Theorie, die bereits Aristoteles und Montesquieu in ähnlicher Weise vertreten hatten.

Projekte wie das in Tunesien könnten dazu beitragen, den arabischen Regionen wieder zu einer größeren Stabilität zu verhelfen. Besonders Tunesien befindet sich derzeit in einem politischen Wandlungsprozess - die demokratische Zukunft des Landes steht auf wackeligen Füßen.

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