NACHRICHTEN
18/03/2016 17:33 CET

"Schwerer interner Konflikt" im Bamf

Schwere Vorwürfe gegen Frank-Jürgen Weise
Getty
Schwere Vorwürfe gegen Frank-Jürgen Weise

  • Der Personalrat des Bamf hegt schwere Vorwürfe gegen Amtsleitung Weise

  • Die Kritik gilt vor allem dem "Turbo-Einstellungsverfahren" der letzten Wochen

  • Weise gesteht "einen schweren Konflikt" innerhalb des Amts ein

Ein internes Schreiben, das dem "Spiegel" vorliegt, enthüllt einen erneuten Zoff um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Darin erhebt der Personalrat der Behörde schwere Vorwürfe gegen Amtsleitung Frank-Jürgen Weise, berichtet das Magazin.

Er kritisiert demnach das "Turbo-Einstellungsverfahren" von mehreren Hundert Mitarbeitern, bei denen "gesetzliche Vorgaben und dringend notwendige Qualitätsstandards vorsätzlich außer Acht gelassen" worden seien.

Als Folge habe es "zahlreiche Kündigungen während der Probezeit seit Anfang März" gegeben, etwa "wegen Einträgen in das polizeiliche Führungszeugnis, ungebührlichen Verhaltens gegenüber Asylbewerbern, fehlender IT-Kenntnisse, Korruptionsgefährdung oder mangelnder Beherrschung der deutschen Sprache", heißt es weiter.

"Schwerer Konflikt im Amt"

Auf Anfrage des Magazins räumte das Amt ein, dass es in den vergangenen Wochen 70 Kündigungen gegeben habe. Das kritisierte Auswahlverfahren sei inzwischen angepasst geworden, "um weitere Auseinandersetzungen mit dem Personalrat zu vermeiden", zitiert der "Spiegel" das Amt.

Der beschuldigte Amtsleiter Frank-Jürgen Weise räumte gegenüber dem Blatt ein, dass es "einen schweren Konflikt" im Amt gebe. Er sei empört, dass der Personalrat vor Gericht ziehe anstatt Probleme intern zu klären.

"In einer so schwierigen Situation kann man nicht seine eigenen Befindlichkeiten in den Mittelpunkt rücken", sagte Weise gegenüber dem Magazin.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Griechisch-mazedonischer Grenzübergang Idomeni: Hunderte Flüchtlinge protestieren am Nadelöhr der Balkan-Route