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18/03/2016 09:10 CET | Aktualisiert 18/03/2016 09:12 CET

Cholesterin: So viele Eier könnt ihr an Ostern essen

Eier sind besser als ihr Ruf - sagen Experten
Julia Kuskin via Getty Images
Eier sind besser als ihr Ruf - sagen Experten

Eier sind an Ostern beliebt. Aber das Ei ist in Verruf gekommen: Cholesterin, Kalorien, Dioxin - und dann Salmonellen. Nur selten und fast als Delikatesse sollte man es verzehren. Das ist ein gern gegebener Tipp.

Also Tschüss Osterei? Nein, Eier sind besser als ihr Ruf. Sie enthalten wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Jod, hochwertiges Eiweiß und Lecithin, das die Gedächtnisleistung verbessert und die Nerven stärkt.

"Eier sind ja der Nährstoffvorrat für das neugeborene Küken. Deshalb ist es auch nachvollziehbar, dass sie sehr viele gute Nährstoffe beinhalten", sagt Professor Berthold Koletzko. Er leitet die Abteilung Stoffwechsel- und Ernährungsmedizin im Dr. von Haunerschen Kinderspital der Universität München.

Ei nicht alleine für Cholesterinspiegel verantwortlich

Die Rolle des Hühnereies für den Cholesterin-Stoffwechsel hingegen werde überschätzt. "Viel wichtiger ist es, ob wir Eier in ungesättigtem Fett aus Pflanzenöl oder in gesättigtem Fett zum Beispiel aus Schmalz braten, wodurch das Cholesterin im Blut viel stärker ansteigt", erklärt er weiter. Ablagerungen in Blutgefäßen können zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Ein Hühnerei hat etwa 400 Milligramm Cholesterin. Doch nur die Hälfte wird aufgenommen. Den Großteil des in Blutgefäßen abgelagerten Cholesterins produziert der Körper selbst.

"Nur ein Drittel des Cholesterins kommt aus der Nahrung", erklärt der Experte. Und nicht nur aus dem Ei. Butter, Fleisch und Wurst erhöhen durch ihre gesättigten Fette das Cholesterin weit stärker.

Experten-Empfehlung: Zu Ostern bis zu drei Eiern am Tag

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt einen maßvollen Konsum von zwei bis drei Eiern in der Woche. Das beinhalte auch verarbeitetes Ei in Lebensmitteln wie Mayonnaise, Nudeln, Suppen, Soßen und Backwaren, erläutert Silke Restemeyer von der DGE.

Was frühere Bedenken wegen Cholesterin betrifft, sagt aber auch sie: "Das Thema Ei steht hier ein bisschen auf dem Prüfstand."

Koletzko geht je nach Ernährungsstil davon aus, dass auch zwei Eier am Tag nicht zu viel sind. "Und zu Ostern dürfen es auch drei sein."

Eier richtig lagern: Das solltet ihr beachten

Eier in Verruf wegen Lebensmittelskandale

Trotzdem sind manche Käufer vorsichtig geworden - wegen der Lebensmittelskandale der jüngeren Vergangenheit:

  • So erschütterte die Salmonellen-Affäre um die niederbayerische Firma Bayern-Ei Deutschland. Dutzende Menschen erkrankten, ein Mann starb. Die Staatsanwaltschaft geht von gewerbsmäßigen Betrug und einem Millionen-Schaden aus.
  • Jahre zuvor war in Eiern als krebserregend geltendes Dioxin entdeckt worden. Grund war gepanschtes Billigfutter.

Seltenere Resistenz gegen Antibiotika bei Bio-Hühnern

Selbst Bio-Konsumenten sind nicht ganz gefeit. Dioxine entstehen bei Verbrennung und lagern sich auch in Böden ab. Pickt das Huhn Körner, kann es auch Dioxin aufnehmen. Dasselbe gelte für Salmonellen-Erreger, argumentieren konventionelle Hühnerhalter. Eier aus dem Stall seien hygienischer.

Forscher der Technischen Universität München haben aber festgestellt: Hennen und Eier vom Biohof sind nicht keimbelasteter als jene aus konventionellen Betrieben.

In Ökohaltung gefundene Bakterienstämme sind seltener resistent gegen Antibiotika. "Und das ist für den Verbraucher ein klarer Gesundheitsvorteil", betonten die Forscher.

Deutsche essen im Ostermonat zwölf Eier

Zu Ostern mag niemand an all die Skandale und Belastungen denken. Der Eierkonsum steigt. Würden im Schnitt pro Kopf monatlich geschätzt etwa neun bis zehn Eier im Laden gekauft, seien es im Ostermonat etwa elf bis zwölf. Das sagt Margit Beck vom Brancheninformationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel (MEG).

"Die Versorgungslage der europäischen Eiermärkte ist so gut, dass wir den Mehrkonsum locker decken können", sagt die Marktanalystin. Nach Ostern sinken erfahrungsgemäß die Preise. Der Verbraucher hat Eier erst mal satt.

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