POLITIK
18/03/2016 00:22 CET

Nordkorea feuert Raketen ins Meer

AP
Nordkoreanische Langstreckenraketen bei einer Militärparade im Oktober 2015

  • Nordkorea feuert eine Mittelstreckenrakete in Meer

  • Das Land bricht damit bewusste eine UN-Resolution

Nordkorea hat sich nach Angaben aus Seoul und Washington über UN-Resolutionen hinweggesetzt und am Freitag eine Mittelstreckenrakete abgefeuert.

Die Rakete sei rund 800 Kilometer weit geflogen, bevor sie vor der nordkoreanischen Ostküste ins Meer gestürzt sei, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Sie wurde demnach auf einer Anlage nördlich der Hauptstadt Pjöngjang gestartet.

Test verstößt gegen Beschlüsse des Weltsicherheitsrates

Um welche Art von Geschoss es sich handelte, war dem Stab zufolge unbekannt. Ein südkoreanischer Verteidigungsbeamter sagte allerdings, es sei die erste Mittelstreckenrakete gewesen, die Nordkorea seit April 2014 abgefeuert habe. Damals hatte Pjöngjang gleich zwei davon gestartet.

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Ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter sagte, das Pentagon könne den Raketenstart bestätigen. Es handele sich offenbar um eine Rodong-Rakete, die von einer mobilen Plattform abgeschossen worden sei.

Der Test verstoße gegen mehrere Beschlüsse des Weltsicherheitsrates, die Nordkorea jegliche Raketen- oder Atomaktivitäten verbieten, sagte der Beamte.

Der südkoreanische Generalstab meldete später, ihre Überwachungsorgane hätten die Flugbahn einer mutmaßlichen zweiten Rakete von derselben Startplattform bemerkt. Wie es in einer Erklärung hieß, verschwand das Objekt in einer Höhe von 17 Kilometern kurz darauf vom südkoreanischen Radar.

Pjöngjang droht mit nuklearem Erstschlag

Der Raketenstart am Freitag folgt auf Anordnungen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor drei Tagen, einen nuklearen Sprengkopf sowie Raketengeschosse zu testen, die in der Lage sind, solche Gefechtsköpfe zu tragen.

Die Spannungen mit Nordkorea hatten in den vergangenen Monaten wieder zugenommen. Pjöngjang drohte Südkorea und den USA mit einem präventiven Atomschlag und testete unter anderem Kurzstreckenraketen, nachdem die UN wegen eines Atomtests und eines Raketenstarts härtere Sanktionen gegen das abgeschottete Land erlassen hatten.

Die politische Führung in Pjöngjang sagt, sie benötige Atomwaffen, um der militärischen Bedrohung durch die USA gerecht zu werden.

Mit Material der AP

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