LIFESTYLE
17/03/2016 07:45 CET | Aktualisiert 17/03/2016 11:16 CET

Der Mythos vom gesunden Schlaf: Schliefen unsere Vorfahren besser?

Simon Winnall via Getty Images
Ein Schläfchen am Tag - gerade im Urlaub nutzen Menschen ihre Zeit. Naturvölker benötigen dies aber nicht

  • "Der Mythos vom gesunden Schlaf" am 24. März um 20.15 Uhr auf 3sat Thema

  • Naturvölker schlafen weniger und haben keine Schlafstörungen

  • Was beeinflusst unseren Schlaf?

Rund 25 Jahre seines Lebens verschläft der Mensch - doch unsere Schlafqualität sinkt.

Gründe dafür sind etwa Schichtarbeit, elektrisches Licht, ein hektischer Alltag und Dauer-Medienkonsum.

Wissenschaftler versuchen herauszufinden, was den Schlaf beeinflusst, ob unsere Vorfahren besser schliefen und ob es den gesunden Schlaf heute überhaupt noch geben kann.

Und auch die Fernseh-Dokumentation "Der Mythos vom gesunden Schlaf" von Friedemann Hottenbacher am Gründonnerstag, 24. März, geht ab 20.15 Uhr auf 3sat dieser Frage nach.

Der "Paläo-Schlaf" ist ein Mythos

Denn eine aktuelle Studie aus Kalifornien über das Schlafverhalten bei Naturvölkern legt nahe, dass der ideale, der sogenannte "Paläo-Schlaf" ein Mythos ist:

Naturvölker schlafen im Schnitt nur sechseinhalb Stunden und gönnen sich kaum ein Nickerchen am Tage. Doch einen bedeutenden Unterschied gibt es: Die untersuchten Naturvölker kennen keine Schlafstörungen.

Der Schlafforscher Jerome Siegel von der University of California in Los Angeles untersuchte mit seinem Team die Schlafgewohnheiten bei drei Naturvölkern: den Hadza Tansanias, den San aus Namibia und den Tsimane Boliviens.

Naturvölker schlafen sechseinhalb Stunden

Die Wissenschaftler stellten bei allen drei Gruppen ein überraschend ähnliches Schlafverhalten fest: "Trotz unterschiedlicher Genetik, Geschichte und Umgebung weisen alle drei Gruppen eine ähnliche Schlaf-Organisation auf. Das deutet daraufhin, dass es sich dabei um ein typisch menschliches Schlaf-Muster handelt, das wahrscheinlich auch charakteristisch für den vormodernen Homo sapiens war", sagt Siegel dem Sender 3sat.

Und das betrifft vor allem die für die Wissenschaftler recht kurze durchschnittliche Schlafdauer von sechseinhalb Stunden. Diese Dauer befindet sich am unteren Ende der Schlafmittelwerte unter Erwachsenen in den industrialisierten Gesellschaften Europas und Amerikas.

"Wissenschaft am Donnerstag"

Im Rahmen von "Wissenschaft am Donnerstag" diskutiert Gert Scobel im Anschluss an die Dokumentation, um 21.00 Uhr, mit seinen Gästen - Tamara Fischmann, Psychologische Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sigmund Freud Institut Frankfurt, Brigitte Holzinger, Psychotherapeutin für Gestalttherapie, Institut für Bewusstseins- und Traumforschung, Wien, sowie Michael Schredl Diplom-Psychologe, wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors des Zentralinstituts für seelische Gesundheit, Mannheim - das Thema "scobel - Bewusst träumen".

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