POLITIK
17/03/2016 09:59 CET | Aktualisiert 17/03/2016 12:35 CET

Dieses Reiseunternehmen lockt Flüchtlingsgegner mit einem Sonderangebot

pr
Dieses Reiseunternehmen schickt Asylgegner auf eine Abenteuerkreuzfahrt

  • In Mannheim machen seltsame Plakate die Runde

  • Darauf macht ein Reiseunternehmen Werbung für Mittelmeer "Adventure" Kreuzfahrten

  • Was dahinter steckt, wird Flüchtlingsgegner auf die Palme bringen

Viele nette Leute, Reisen im "Vintage Style", keine festen Abfahrtszeiten. Klingt das nicht nach einem vielversprechenden Urlaubstrip?

Das "Abenteuer deines Lebens" wird den Mannheimern derzeit auf Werbeplakaten auf Bus- und Tramhaltestellen versprochen. Der Schock folgt: Ein kenterndes Flüchtlingsboot im Mittelmeer prangt auf einem Foto über dem Schriftzug.

Die "Adventure"-Kreuzfahrten von "Schleppermann"-Reisen

11 Designstudenten der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule Mannheim wollen mit dieser groß angelegten Kunstaktion neue Töne bei der Flüchtlingsdebatte anschlagen.

In einem "Urban Hacking"-Workshop haben sich die Studenten eine Woche mit dem Thema Flucht beschäftigt. Und sie haben geniale Möglichkeiten gefunden, um Passanten für das Thema im öffentlichen Raum zu sensibilisieren.

In der Woche haben die Studenten in der Innenstadt von Mannheim unter anderem Billboards übernommen, Guerilla-Lichtprojektionen gemacht und Schaufenster "gehighjacked." Darunter war auch die irritierende Werbeaktion für "Schleppermann"-Reisen, das Passanten Mittelmeer "Adventure"-Kreuzfahrten verspricht.

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"Für alle, die Zelte lieben"

Einige Straßen weiter wirbt ein Zelthersteller namens "Desolation" mit dem Zelt "All-fit-in": dahinter prangt auf dem Plakat das Bild eines Flüchtlingscamps. Eine Provokation, keine Frage.

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Gratisware im Lagerbestand

Sinn dieses Urban Hackings ist es, durch kleine, gezielte und möglichst kreative Aktionen, Aufmerksamkeit zu erwecken. Im Gegensatz zum Flashmob geht es den Initiatoren allerdings weniger um große Menschenansammlungen bei ihren Aktionen.

Die Künstler setzen eher auf Stillleben, die jedem begegnen, der mit einer Einkaufstüte durch die Stadt läuft.

So haben die Studenten in der Mannheimer Innenstadt auch ein Schaufenster umdekoriert, wo sie neue Sommeroutfits mit ganz besonderen Preisschilder ausgestattet haben: "GRATIS" steht neben weißen Sneakern, Kontakt herstellen mit Flüchtlingen kostet - genauso wie die Akzeptanz der Menschen - genau Null Euro.

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Die Urban-Hacking-Aktionen haben die Mannheimer Studenten gefilmt und auf ihre Tumblr-Seite gestellt.

Die Künstler haben neben den Fake-Werbeaktionen auch noch an Straßenschildern und Laternen ihre Botschaften an alle gerichtet, die sich in der Flüchtlingsdebatte sonst gerne vom Bauchgefühlen leiten lassen.

Diese Bilder könnten dafür sorgen, dass sich diesen Kritikern der Flüchtlingspolitik der Magen umdreht.

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