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17/03/2016 14:46 CET | Aktualisiert 17/03/2016 15:59 CET

Ungeheuerlicher Verdacht: Untersuchung legt Bestechung von Finanzbeamten nahe

dpa
Wurden Beamte des Finanzamts bestochen?

  • Beamte des Finanzministeriums sollen durch Nebeneinkünfte bis zu 84.000 Euro im Jahr verdient haben

  • Bundestagsabgeordneter Gerhard Schick befürchtet einen Zusammenhang zum Cum-Ex-Skandal

Wurden sie fürs Wegsehen bezahlt? Mehrere Beamte des Bundesfinanzministeriums sollen über Jahre Nebentätigkeiten etwa für Topkanzleien ausgeübt und dort Spitzenhonorare verdient haben, berichtet die "WirtschaftsWoche".

Für einzelne Vorträge sollen die Beamten bis zu 5.000 Euro Honorar erhalten haben. So kam ein beamteter Topverdiener auf jährliche Nebenverdienste von 84.276 Euro, berichtet WiWo unter Berufung Unterlagen aus dem Finanzministerium, die dem Magazin vorliegen.

"Massive Interessenkonflikte"

"Dadurch könnte es zu massiven Interessenkonflikten zulasten der Steuerzahler gekommen sein", gab der grüne Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick im Interview mit dem Magazin zu bedenken.

So sei durchaus möglich, dass Beamte des Ministeriums aufgrund dieser Verflechtungen im Cum-Ex-Steuerskandal viele Jahre untätig geblieben seien.

Verbindung zum Cum-Ex-Skandal möglich

Schick gehört zu den Initiatoren eines Untersuchungsausschusses zur Aufarbeitung der viele Milliarden Euro schweren Cum-Ex-Steuerhinterziehungen. Seine Befürchtung bezüglich der hohen Nebeneinkünfte: "Ist es denkbar, dass man sich mit lukrativen Vorträgen auch die Untätigkeit von Beamten erkaufen kann?"

Die Listen, die dem Magazin vorliegen, sollen belegen, dass ausgerechnet Finanzbeamte aus der Steuerabteilung IV hohe Honorare für Vorträge kassierten.

Zu ihren Auftraggebern gehörten renommierte Großkanzleien wie Freshfields, die bei Dividendengeschäften kräftig mitgemischt haben, berichtet "WiWo" weiter.

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