POLITIK
16/03/2016 02:19 CET | Aktualisiert 16/03/2016 02:28 CET

Flüchtlingszahlen steigen trotz NATO-Einsatz in der Ägäis

Alexander Koerner via Getty Images
NATO-Einsatz bisher ohne Effekt

  • Der vergangene Woche begonnene NATO-Einsatz in der Ägäis zeigt bisher keinen Effekt

  • Noch immer kommen in Griechenland wöchentlich tausende neue Flüchtlinge an

Eine Woche nach Beginn des NATO-Einsatzes in der Ägäis zur Eindämmung des Flüchtlingszustroms aus der Türkei nach Griechenland ist die Bilanz der Patrouillen ernüchternd: Trotz der Kontrollen der türkischen Küste kamen nach UN-Angaben 9515 Flüchtlinge auf den griechischen Inseln an. Das waren sogar etwas mehr als die 9510 an den sieben Tagen zuvor.

Das Militärbündnis hatte Anfang vergangener Woche damit begonnen, die Schleuserrouten in der Ägäis durch den Einsatz von Kriegsschiffen zu blockieren.

Der von der Bundeswehr bereitgestellte Einsatzgruppenversorger "Bonn" - das Flaggschiff der Mission - ist seitdem immer wieder in dem schmalen Seegebiet zwischen der türkischen Küste und der griechischen Insel Lesbos unterwegs.

Kaum Veränderung bei Zahlen

Auch wenn man nur diese Route betrachtet, sind bislang praktisch keine Veränderungen bei den Flüchtlingsbewegungen erkennbar. Seit Beginn des Einsatzes kamen auf Lesbos 5135 Menschen an, in der Woche davor waren es 5117. Auch auf Chios, Samos, Kos, Leros und einige kleinere Inseln landen Flüchtlingsboote.

Hauptziel des Nato-Einsatzes ist es, Informationen über Schlepperaktivitäten zu sammeln und an die Küstenwachen zu melden. Diese sollen dann dafür sorgen, dass möglichst keine Flüchtlingsboote mehr in Richtung Griechenland starten oder die Flüchtlinge abgefangen und in die Türkei zugebracht werden.

Probleme der NATO-Mission

Als ein Grund für die bislang nicht zurückgegangenen Flüchtlingszahlen gelten die Einschränkungen, denen der Nato-Einsatz in der Ägäis noch immer unterliegt.

So hat die Türkei beispielsweise bis jetzt nur einen sehr begrenzten Teil ihrer Hoheitsgewässer für die Mission freigegeben.

Hinzu kommt, dass die Patrouillen vor der türkischen Küste in den ersten Tagen lediglich von dem deutschen Einsatzgruppenversorger gefahren wurden. Die anderen Schiffe des Nato-Verbandes SNMG 2 waren aus unterschiedlichen Gründen zunächst nicht voll einsatzfähig.

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