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15/03/2016 08:26 CET | Aktualisiert 15/03/2016 08:57 CET

Rückenschmerzen sorgten im Jahr 2015 für hohe Fehlzeiten

Immer mehr Deutsche leiden unter Rückenschmerzen.
Tom Merton via Getty Images
Immer mehr Deutsche leiden unter Rückenschmerzen.

  • Frauen fallen wegen Rückenschmerzen länger aus als Männer

  • 60 Millionen Fehltage wegen Rückenschmerzen laut TK

  • Vorsorgliche Rückengesundheit kann helfen

Es zieht, es schmerzt und manchmal so sehr, dass sich Betroffene kaum bewegen können. Gerade langes Sitzen, falsches Heben und zu wenig Sport führen zu Rückenschmerzen.

Zum Tag der Rückengesundheit am 16. März veröffentlicht die Techniker Krankenkasse (TK) bereits vorab erste Daten aus ihrem jährlich erscheinenden Gesundheitsreport. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass Rückenbeschwerden auch im vergangenen Jahr für hohe Fehlzeiten sorgten.

Von den 15,4 Tagen, die die TK-versicherten Erwerbspersonen 2015 durchschnittlich krankgeschrieben waren, entfielen fast zehn Prozent (1,4 Tage) allein auf Rückenbeschwerden. Hochgerechnet auf die über 43 Millionen Erwerbspersonen in der Bundesrepublik ergibt das über 60 Millionen Fehltage.

Rückenschmerzen dritthäufigster Grund für Krankschreibungen

Gudrun Ahlers, die für die Gesundheitsberichterstattung zuständig ist, erklärt: "Für einen mittelständischen Betrieb mit 150 Beschäftigten sind das pro Jahr 210 Tage Produktionsausfall." Dem Unternehmen würden so allein durch Rückenbeschwerden ein Schaden in Höhe eines Jahresgehalts entstehen.

Bandscheibenvorfall erkennen und vorbeugen

Haupteinzeldiagnose unter den Rückenproblemen ist laut der TK die sehr unspezifische Diagnose "Rückenschmerzen", die allein die Hälfte der Beschwerden, also 0,8 Tage pro Kopf, ausmachen.

Rückenschmerzen belegten damit 2015 Platz drei der Hauptursachen von Krankschreibungen, hinter den Atemwegsinfektionen und depressiven Episoden.

Frauen leiden länger an Rückenschmerzen als Männer

Insgesamt waren Frauen mit 17,2 Tagen im Schnitt über drei Tage mehr krankgeschrieben als Männer (13,9 Tage). Sie sind von nahezu allen Diagnosen häufiger betroffen als Männer. Das meldet die Krankenkasse.

Rückenbeschwerden gehören zu den wenigen Erkrankungen, von denen beide Geschlechter gleichermaßen betroffen sind. Doch im Falle einer rückenbedingten Krankschreibung fallen Frauen mit einer Falldauer von 18 Tagen im Mittel gut einen Tag länger aus als Männer (16,9 Tage).

Der TK-Rückenatlas, eine frühere Studie der Krankenkasse, zeigt, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Branchen gibt. "Vor allem Tätigkeiten in der Baubranche, Berufskraftfahrer, Pflege- und Reinigungskräfte gehen überdurchschnittlich mit Rückenproblemen einher", sagt die TK-Expertin.

Mehr Fälle von Rückenschmerzen im Norden Deutschlands

Auch regional gibt es nach Angaben der TK deutliche Unterschiede: Während die Baden-Württemberger mit 1,1 rückenbedingten Fehltagen pro Kopf am wenigsten Rückenprobleme haben, sind Erwerbspersonen in Mecklenburg-Vorpommern mit knapp zwei Tagen am meisten betroffen.

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Neben dem Engagement für Rückengesundheit im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist es wichtig, dass die Patienten medizinisch gut versorgt werden, um langwierige und schmerzhafte Krankschreibungen zu vermeiden.

TK-Chef Jens Baas spricht sich für mehr Qualität in der medizinischen Versorgung aus, lehnt aber langfristige starre Behandlungsprogramme ab: Bei Rückenschmerzen sei die Diagnose unspezifisch, die Ursachen wären vielfältig.

"Sie betreffen sehr viele Menschen in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Deshalb brauchen wir zielgerichtete Angebote, die individuell auf die Patienten zugeschnitten sind", fordert Baas.

Vorbeugend können bereits einige Tricks helfen, den Rücken zu entlasten und so schmerzfrei zu bleiben.

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