POLITIK
15/03/2016 08:32 CET | Aktualisiert 15/03/2016 08:38 CET

"Muss ein Ende haben": Geißler gibt Seehofer Schuld am CDU-Wahldebakel

"Muss ein Ende haben": Geißler gibt Seehofer Schuld am CDU-Wahldebakel
dpa
"Muss ein Ende haben": Geißler gibt Seehofer Schuld am CDU-Wahldebakel

Keine zwei Stunden dauerte es, bis Merkel die Hoffnungen der CSU öffentlich zerschlug.

Von Kurswechsel war die Rede nach den verpatzten Landtagswahlen – von Generalsekretär Scheuer bis Seehofer sagten alle: Jetzt erst recht.

Und die Kanzlerin sagte, was sie immer sagte, wenn die Bayern vorpreschen: Nicht mit mir. Sie konnte ihren Ärger kaum noch verbergen: „Differenzen zwischen CDU und CSU sind für Wähler schwer auszuhalten“, hieß es in Berlin.

Nicht nur für Wähler, auch für einige in der Partei sind die Störmanöver aus Bayern kaum noch zu ertragen. „Die Querschläger von Seehofer müssen ein Ende haben “, sagt CDU-Politiker Heiner Geißler im Interview mit der Huffington Post. Er warnt: Ein Kurswechsel wäre ein Fehler – und würde der AfD in die Karten spielen.

Lest hier das ganze Interview.

Herr Geißler, muss die Kanzlerin ihren Kurs nach dem Abschneiden der CDU bei den Landtagswahlen korrigieren?

Schon vor der Wahl hat sie gesagt, dass sie sich nicht von drei Landtagswahlen beeinflussen lässt. Durch das Ergebnis kann sie sich aber bestätigt fühlen – insofern, dass sie nicht nur die Unterstützung der CDU, sondern auch der anderen Parteien wie den Grünen und der SPD hat. Ein Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik wäre ein Fehler.

Die AfD hat zweistellige Ergebnisse erzielt – alarmiert Sie das nicht?

In Deutschland hatten wir immer einen rechtsradikalen Rand von etwa 15 Prozent. Entscheidend ist, dass 85 Prozent der Menschen demokratische Parteien gewählt haben. Die Kanzlerin muss jetzt klarmachen, dass es keine Lösung der Flüchtlingskrise von heute auf morgen geben wird. Dieses Geschwätz von einer schnellen Lösung ist unseriös in Anbetracht dieses großen, globalen Problems.

Diese Forderungen gibt es aber sogar aus der Union. Erst heute forderte CSU-Chef Seehofer einen Kurswechsel.

Die Querschläger von Horst Seehofer gegen die Bundesregierung, deren Teil ja die CSU ist, müssen ein Ende haben. Zerstrittene Parteien werden nicht gewählt. Es war auch ein schwerer Fehler, den politischen Gegner in die Lage zu versetzen, die CDU-Anhänger gegen Merkel auszuspielen. Außerdem hatten viele Menschen den Eindruck, sie müssten die Grünen oder SPD wählen, wenn sie Merkel wollen.

Muss sich die CDU neu aufstellen, um ihre Wähler zurückzugewinnen?

Ja, man kann diese Wähler wieder gewinnen. Aber nicht durch Übernahme von Parolen der AfD.

Was halten Sie von der Grün-Schwarz?

Die CDU als Juniorpartner der Grünen in Baden-Württemberg halte ich für die beste Lösung. Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Parteien.

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