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15/03/2016 07:42 CET

7 Angewohnheiten chronisch unglücklicher Menschen

7 Angewohnheiten chronisch unglücklicher Menschen
Jo McRyan via Getty Images
7 Angewohnheiten chronisch unglücklicher Menschen

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In meinen Kursen spreche ich häufig über das Thema „Glück" und dabei ist mir klar geworden, dass es sieben Eigenschaften gibt, die sich chronisch unglückliche Menschen angeeignet haben.

Forscherin Sonja Lyubomirsky von der Universität Kalifornien stellte fest, dass „40 Prozent unserer Kapazität für Glück in unserer Macht zur Veränderung stehen", berichtet "Psychology Today".

Wenn das wahr ist (und es ist wahr), gibt es Hoffnung für uns alle. Es gibt Milliarden Menschen auf unserem Planeten und natürlich sind einige von ihnen wirklich glücklich. Der Rest von uns pendelt je nach Tagesstimmung hin und her zwischen „glücklich" und „unglücklich".

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass es einige Eigenschaften und Gewohnheiten gibt, die sich chronisch unglückliche Personen scheinbar antrainiert haben. Aber bevor ich mit euch tiefer in die Materie eintauche, möchte ich Folgendes voranstellen: Wir haben alle schlechte Tage, manchmal sogar Wochen, in denen wir in allen sieben Gebieten versagen.

Der Unterschied zwischen einem glücklichen und einem unglücklichen Leben bemisst sich daran, wie oft und wie lange wir in den jeweiligen Stimmungen verweilen.

Diese sieben Eigenschaften zeichnen chronisch unglückliche Leute aus:

1. Ihr glaubt fälschlicherweise, dass das Leben hart ist.

Glückliche Menschen wissen, dass das Leben schwer sein kann und neigen dazu, sich durch diese schweren Zeiten zu kämpfen. Dabei legen sie eine Einstellung an den Tag, die sich mehr durch Neugierde als durch eine Opferrolle auszeichnet. Sie übernehmen die Verantwortung dafür, wie sie sich in die Situation manövriert haben und konzentrieren sich darauf, sich so schnell wie möglich wieder daraus zu befreien.

Sich gegenüber einem Problem beharrlich zu zeigen, anstatt sich über die Umstände zu beschweren, ist ein Merkmal glücklicher Menschen. Unglückliche Leute sehen sich selbst als Opfer des Lebens und stecken in der „schaut her, was mir passiert ist"-Einstellung fest, anstatt einen Weg zu finden, das Problem zu lösen.

2. Ihr denkt, man kann den meisten Menschen nicht trauen.

Ich will nicht anzweifeln, dass ein gesundes Urteilsvermögen wichtig ist, aber die meisten glücklichen Menschen vertrauen ihren Mitmenschen. Sie glauben an das Gute im Menschen, statt anzunehmen, jeder da draußen warte nur darauf, sich auf sie zu stürzen. Weil sie generell offen und freundlich gegenüber Menschen sind, die sie treffen, bauen glückliche Menschen einen Gemeinschaftssinn um sich herum auf und treten anderen Menschen mit einem offenen Herzen gegenüber.

Unglückliche Menschen sind misstrauisch gegenüber den meisten Menschen, die ihnen über den Weg laufen und glauben, dass man Fremden nicht vertrauen kann. Leider schließt dieses Verhalten langsam aber sicher die Tür zu jeder Verbindung außerhalb ihres inneren Freundeskreises und macht alle Chancen zunichte, neue Freunde kennen zu lernen.

3. Ihr konzentriert euch darauf, was in dieser Welt falsch läuft und seht nicht, was gut ist.

Es gibt unbestreitbar viel Schlechtes auf der Welt, dennoch verschließen unglückliche Menschen ihre Augen davor, was eigentlich gut läuft in dieser Welt. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, was schlecht ist. Man kann sie aus einem Kilometer Entfernung erkennen: Sie sind diejenigen, die sich beschweren und auf jede positive Entwicklung mit einem „ja, aber" antworten.

Glückliche Menschen sind sich globaler Probleme bewusst, aber sie gleichen ihre Sorge damit aus, auch die positiven Aspekte wahrzunehmen. Ich nenne das gerne „beide Augen offen halten". Unglückliche Menschen verschließen oft vor lauter Angst, von den negativen Dingen abgelenkt zu werden, ein Auge gegenüber allem Guten in dieser Welt. Glückliche Menschen betrachten die Sache nüchtern. Sie wissen, dass es in unserer Welt Probleme gibt, behalten aber auch im Auge, was gut läuft.

4. Ihr vergleicht euch mit anderen und hegt Eifersucht.

Unglückliche Menschen glauben, dass das Glück anderer Leute ihr eigenes kleiner macht. Sie glauben, dass nicht genug Glück im Umlauf ist und vergleichen dauernd, was sie und andere haben. Das führt zu Eifersucht und Verbitterung.

Glückliche Menschen wissen, dass das Glück und die Umstände anderer hauptsächlich Zeichen davon sind, was sie ebenfalls zu erreichen hoffen dürfen. Glückliche Menschen glauben, dass sie eine einzigartige Blaupause in sich tragen, die nicht kopiert oder gestohlen werden kann - von niemandem auf der Welt. Sie glauben an unbegrenzte Möglichkeiten und lassen sich nicht von dem Gedanken herunterziehen, dass das Glück eines anderen ihren möglichen Ertrag im Leben limitieren könnte.

5. Ihr strebt danach, euer Leben zu kontrollieren.

Es gibt einen Unterschied zwischen Kontrolle und dem Streben, unsere Ziele zu erreichen. Glückliche Menschen machen jeden Tag einen Schritt, um ihre Ziele zu erreichen, aber sie verstehen am Ende, dass sie nur sehr wenig Kontrolle darüber haben, was das Leben Ihnen in den Weg wirft.

Unglückliche Menschen neigen dazu, ihre Bemühungen sehr genau durchzuplanen, um möglichst alle Resultate kontrollieren zu können. Deshalb drehen sie durch und liefern eine dramatische Show ab, wenn das Leben ihre Pläne durchkreuzt. Glückliche Leute können genauso fokussiert sein, sie haben aber immer noch die Fähigkeit, sich treiben zu lassen und nicht zusammenzubrechen, wenn das Leben ihnen eine unangenehme Überraschung beschert.

Der Schlüssel hierfür ist, zielorientiert und fokussiert zu sein und trotzdem Raum für Rückschläge zu schaffen, ohne durchzudrehen, wenn die besten Pläne, die man sich zurechtgelegt hat, fehlschlagen - denn das wird manchmal passieren. Sich mit dem Strom treiben zu lassen haben glückliche Menschen als Plan B in der Tasche.

6. Ihr blickt mit Sorge und Angst auf eure Zukunft.

Es gibt so viel freien Raum zwischen euren Ohren. Unglückliche Menschen füllen ihre Gedanken damit, was schieflaufen könnte, und nicht damit, was gut gehen könnte.

Glückliche Menschen halten es mit einer gesunden Prise Selbsttäuschung. Sie erlauben sich selbst Tagträume über ihre Wünsche und malen sich aus, was das Leben für sie bereithalten könnte. Unglückliche Menschen füllen diesen Raum im Kopf mit dauerhafter Sorge oder Angst.

Glückliche Menschen erleben auch Angst und Sorge, aber machen eine wichtige Unterscheidung zwischen dem bloßen Gefühl und dessen Auslebung. Wenn ein glücklicher Mensch ängstliche oder sorgenvolle Gedanken hat, wird er sich fragen, ob er etwas tun kann, um zu verhindern, dass diese Angst oder Sorge tatsächlich Wirklichkeit wird. Wenn ja, wird er die Chance ergreifen (hier geht es wieder um Verantwortungsgefühl). Wenn er keine Lösung findet, wird er feststellen, dass er sich vor Angst im Kreis dreht und das Thema ruhen lassen.

7. Ihr füllt eure Gespräche mit Klatsch und Beschwerden.

Unglückliche Menschen leben gerne in der Vergangenheit. Ihre liebsten Gesprächsthemen sind die Widrigkeiten des Lebens und was ihnen alles schon passiert ist. Wenn ihnen nichts mehr einfällt, schwenken sie auf anderer Leute Leben und Klatsch um.

Glückliche Leute leben im Hier und Jetzt und träumen von der Zukunft. Man kann ihre positiven Schwingungen über den ganzen Raum hinweg spüren. Sie sind begeistert über etwas, an dem sie arbeiten und dankbar dafür, was sie haben. Dabei träumen sie von den Möglichkeiten, die das Leben bietet.

Natürlich ist keiner von uns perfekt. Wir schwimmen alle ab und an in negativen Gewässern, aber was zählt ist, wie lange wir dort bleiben und wie schnell wir daran arbeiten, wieder heraus zu kommen. Jeden Tag positive Gewohnheiten einzuüben unterscheidet glückliche Menschen von unglücklichen - nicht, alles perfekt zu machen.

Gehen, hinfallen, wieder aufstehen, und alles nochmal von vorne. Im Wiederaufstehen liegt der ganze Unterschied.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Andrea Maier aus dem Englischen übersetzt.

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