POLITIK
15/03/2016 23:24 CET

Weitere Siege bei Vorwahlen: Clinton vs. Trump wird immer wahrscheinlicher

Der republikanische Kandidat Donald Trump
AP
Der republikanische Kandidat Donald Trump

  • Donald Trump und Hillary Clinton verbuchen weitere Siege bei den Vorwahlen

  • Trumps Konkurrent Marc Rubio gibt auf

  • Eine Niederlage gegen den moderaten Kandidaten John Kasich könnte für Trump allerdings zum Problem werden

Im US-Wahlkampf zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Präsidentschaftswahlen zu einem Rennen zwischen Donald Trump und Hillary Clinton werden.

Nach weiteren Siegen bei den Vorwahlen gab Trumps republikanischer Konkurrent Marco Rubio auf. Auch die demokratische Kandidatin Hillary Clinton verbuchte weitere Siege und sieht bereits ihre Kandidatur in Reichweite.

Rubio beklagt "Hass" zwischen republikanischen Kandidaten

Trump hat in Florida auf einen Schlag 99 Delegierte gewonnen. Der 69-Jährige gewann auch die Vorwahlen in North Carolina und Illinois und lag in Missouri in Führung, unterlag dagegen in Ohio dem dort beheimateten Gouverneur John Kasich.

Unter Buhrufen gratulierte ein sichtlich bewegter Rubio am Wahlabend in Miami seinem Rivalen Trump, den er im Wahlkampf politisch und teils auch persönlich angegriffen hatte.

Dazu passend: Das würde passieren, wenn Donald Trump US-Präsident wird

Der 44-Jährige bedauerte das derzeitige politische Klima, in dem sich die Bewerber aufgrund von unterschiedlichen politischen Ansichten "im wahrsten Sinne des Wortes gegenseitig hassen", wie er sagte.

Trump siegt - aber zu langsam

Rubio wurde als moderatere Alternative der Republikaner zu Trump und Ted Cruz angesehen. Dennoch konnte er nur drei von knapp 30 Vorwahlen für sich entscheiden. Ein Erfolg in Florida wurde für ihn als Pflichtsieg angesehen, um einen Verbleib im Rennen um die Parteinominierung zu rechtfertigen. Nach dem Ausscheiden des Lieblings des Partei-Establishments ist Kasich der letzte moderate Bewerber bei den Republikanern.

Kasichs Ohio-Sieg war deshalb für die republikanische Konkurrenz von Trump wichtig, um dem Spitzenreiter ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Milliardär führt hinsichtlich der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli zwar weiterhin deutlich, hat aber weniger als 50 Prozent der bislang vergebenen gewonnen.

Sollte er das Tempo nicht anziehen können, würde er die für die Nominierung notwendige Mehrheit von 1237 Delegierten verfehlen. Der Ausgang des Parteitags wäre dadurch völlig unvorhersehbar.

Clinton baut Vorsprung auf Sanders aus

Trump liegt nach seinem Sieg in Florida bei mittlerweile 568 Delegierten. Sein ärgster Verfolger Ted Cruz hat bislang 370 Wahlmänner und Wahlfrauen gewinnen können, Rubio 163. Kasich hat die Zahl seiner Delegierten durch Ohio auf 129 mehr als verdoppelt.

Die frühere First Lady und Ex-Außenministerin Clinton siegte klar in Florida, Ohio und North Carolina, in Illinois lag sie während der Auszählung knapp vor ihrem Rivalen Bernie Sanders, in Missouri knapp hinter ihm.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Clinton insgesamt mindestens 1410 Delegierte und Superdelegierte auf ihrer Seite, Sanders mit mindestens 653 nicht einmal die Hälfte davon. Für die Parteinominierung der Demokraten sind 2383 Delegiertenstimmen nötig.

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