LIFESTYLE
14/03/2016 13:05 CET | Aktualisiert 21/01/2018 11:15 CET

Ich weiß nicht, wie ich meinem Mann sagen soll, dass er nicht der Vater meines Kindes ist

Halfpoint via Getty Images
Mutter und Sohn

„Ich hatte Sex mit einem Typen, den ich auf einer Dating-Webseite kennen gelernt hatte, als meine Ehe in einer schwierigen Phase war. Ich bekam einen Jungen und ich bin mir sicher, dass dieser Mann sein Vater ist. Aber ich bin immer noch unsicher, ob ich meinem Ehemann sagen soll, dass nicht er der Vater des Kindes ist.“

Das schreibt eine anonyme Leserin dem Berater-Team aus Therapeuten der britischen Boulevardzeitung „The Sun“.

Die Frau erzählte weiter, dass sie sich vor sieben Jahren in den anderen Mann verliebt hätte, als die Ehe kriselte. Sie wollte schon ihren Ehemann für ihn verlassen, aber der andere habe das nicht gewollt.

Sie wurde nach der Affäre schwanger

Einen Monate später habe sie gemerkt, dass sie schwanger sei und ihr Ehemann habe sich über den Nachwuchs gefreut. Die Frau bekam einen Jungen und stellte fest, dass er dem anderen Mann sehr ähnelte, wie sie der „Sun“ berichtete.

Also traf sie sich wieder mit ihm und erzählte ihm von dem Kind. Doch er wollte nichts damit zu tun haben. „Ich war geschockt. Ich konnte nicht glauben, wie jemand so herzlos zu seinem eigenen Fleisch und Blut sein konnte“, schrieb sie.

Also blieb sie bei ihrem Ehemann. Sie bekamen noch eine Tochter und die Ehe lief wieder besser. Die Frau berichtete der „Sun“, dass sie gerne bei ihrem Ehemann bleiben würde – auch wenn ihre Schwiegermutter schon Kommentare über die fehlende Ähnlichkeit des Sohnes mit ihrem Mann machen würde.

Das Einzige, was an ihr nage, sei das Geheimnis um die Herkunft ihres Sohnes: „Ich weiß nicht, ob ich es ihm sagen soll. Ich bin sicher, dass er mir verzeihen würde, aber ich weiß, dass er unseren Sohn dann anders behandeln würde, wenn er es wüsste“, schloss sie ihren Brief.

Sie soll ihr Geheimnis für sich behalten

Das Berater-Team der „Sun“ bestärkte die Frau darin, ihr Geheimnis für sich zu behalten. Der Ehemann sei dem Sohn ja ein Vater, und so würde sie nur die Beziehung zwischen den beiden zerstören. Auch sei nicht belegt, ob der Sohn nicht doch von dem Ehemann abstamme - und nicht von dem anderen Mann -, da Kinder ihren Eltern häufig nicht ähnlich sähen.

Der Fall dieser Frau ist gar nicht so selten: In Deutschland soll jedes zehnte Kind ein sogenanntes Kuckuckskind sein – das sind etwa 80 000 Menschen. Für den Scheinvater wie das Kind ist es ein traumatisches Erlebnis, wenn sie Wahrheit erfahren: "In dem Moment ist für mich eine Welt zusammengebrochen", erzählte Sabine A. dem „Stern“. Sie hatte erfahren, dass der Mann, den sie immer für ihren Papa gehalten hatte, gar nicht ihr biologischer Vater war.

Nach dieser traurigen Nachricht kommt auf alle Beteiligten nicht nur eine emotionale, sondern oft auch eine juristische Achterbahnfahrt hinzu:

Nach der aktuellen Gesetzeslage bleibt es dem Mann überlassen, wie er reagiert, wenn er erfährt, dass das Kind nicht von ihm ist. Er kann für das Kind der Vater bleiben, wenn er das aufgrund der engen Bindung möchte. Er kann aber auch die gesetzliche Vaterschaft aufheben, wenn sich herausstellt, dass er nicht der leibliche Vater des Kindes ist. So oder so ist die Situation für alle Beteiligten schlimm genug.


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