POLITIK
14/03/2016 03:03 CET | Aktualisiert 14/03/2016 03:31 CET

Dieser Fehler kostete Wolf und Klöckner die Wahl

Julia Klöckner und die lachende Wahlgewinnerin Malu Dreyer am Sonntagabend
DPA
Julia Klöckner und die lachende Wahlgewinnerin Malu Dreyer am Sonntagabend

Auf dem ersten Blick mag die Rechnung einfach aussehen: Die CDU hat bei den Landtagswahlen an diesem schwarzen "Sonntag, den 13." in allen drei Bundesländern an Stimmen verloren.

In Baden-Württemberg waren die Verluste gar derart heftig, dass man daran zweifeln muss, ob die CDU im einstigen christdemokratischen Kernland noch als Volkspartei durchgeht.

Und theoretisch trüge natürlich Angela Merkel als Parteivorsitzende und Regierungschefin eine Mitschuld an diesem Wahl-Desaster. Wäre sie eine Fußballtrainerin, und ihr Verein würde derart häufig verlieren, wie es die CDU derzeit tut, dann müsste sie gehen.

Es war ein Fehler, sich von Merkel zu distanzieren

Aber Politik ist komplizierter als das Tagesgeschäft des Profifußballs. Und tatsächlich ist es so, dass es an diesem Abend zwei große Wahlgewinner gibt. Einerseits, aus bekannten Gründen, die AfD. Andererseits die Kanzlerin.

Dazu muss man wissen, welchen Kurs die beiden größten Verlierer des Abends gefahren haben: Die rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner und der baden-württembergische CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf haben im Januar und Februar alles dafür getan, um sich von Merkel zu distanzieren.

Klöckner etwa brachte einen "Plan A2" für die Flüchtlingskrise ins Spiel, der prinzipiell nicht anderes war als ein Fußtritt in Merkels Konzept der "Willkommenskultur". Wolf unterstützte sie dabei.

Beide Landespolitiker haben nicht gemerkt, dass trotz der heftigen Diskussionen um die "Silvester-Übergriffe" in Köln ein signifikanter Anteil der Unionswähler hinter Merkels Kurs steht.

Und was besonders dumm für zwei konservative Politiker ist: Wolf und Klöckner haben aus Egoismus in Kauf genommen, dass der Eindruck der Uneinigkeit entsteht. Kaum etwas hassen konservative Wähler mehr als das.

Auf Merkel kommt eine Menge Arbeit zu

Auf Merkel kommt dennoch jetzt eine Menge Arbeit zu. Sie muss es schaffen, die CDU Verbände im Süden und Südwesten nach der offensichtlich falschen Positionierung im Wahlkampf wieder zu integrieren. Was doppelt schwer wird, weil die Wahlerfolge der AfD zu einer weiteren Radikalisierung der Politik in Deutschland führen könnten.

Einerseits sollte jeder CDU-Politiker auf absehbare Zeit gewarnt sein: Wer den Seehofer macht, riskiert sein eigenes Unglück. Andererseits: Populismus bleibt auch für Christdemokraten eine verlockend simple Alternative.

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