POLITIK
13/03/2016 12:52 CET | Aktualisiert 13/03/2016 12:52 CET

Wahlforscher warnt: "Die AfD könnte deutlich besser abschneiden, als erwartet"

Thomas Lohnes via Getty Images
Grund zur Freude? Die AfD könnte bei den Landtagswahlen noch besser abschneiden, als bisher vermutet

  • Jüngste Umfragen sehen die AfD im mittleren zweistelligen Bereich

  • Wahlforscher Thorsten Faas warnt, dass die Endergebnisse noch höher sein könnten

Aktuelle Umfragen prophezeien der AfD bei den heutigen Landtagswahlen stabile Werte. Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts Forsa im Auftrag von "RTL aktuell" sieht die Rechtspopulisten bei 11 Prozent in Baden-Württemberg, 9 Prozent in Rheinland-Pfalz und 18 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Doch es könnte noch dicker kommen für die Rechtspopulisten, warnt Wahlforscher Thorsten Faas in einem aktuellen Interview mit "FAZ.net".

Faas weist hierbei auf die Kommunalwahlen in Hessen vor einer Woche hin: "Die Ergebnisse lagen am Ende über dem, was man erwartet hat (...) Die AfD könnte (auch dieses Mal) deutlich besser als erwartet abschneiden", sagte er im Interview.

"Erfolgsmeldungen können Wahl-Ergebnis beeinflussen"

"Die Gründe können verschieden sein: Vielleicht trauen sich manche Menschen nicht, sich in einer Umfrage zur AfD zu bekennen, vielleicht nehmen aber auch Wähler der AfD seltener an Umfragen teil", erklärt Faas den Effekt.

Auch die aktuellen Erfolgsmeldungen der AfD könnten das Wahlergebnis beeinflussen. Der Wahlexperte erklärt, dass positive Umfragewerte einen "doppelten Effekt" auf die tatsächliche Wahl haben können.

"Zunächst einmal signalisieren Werte über fünf Prozent, die Partei wird tatsächlich in die Parlamente einziehen. Es droht also für Sympathisanten keine verschenkte Stimme."

"Kultivierende Wirkung nicht zu unterschätzen"

"Darüber hinaus sind die teils zweistelligen Werte ein Signal, dass ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft diese Partei aktuell für wählbar hält. Diese 'kultivierende' Funktion sollte man nicht unterschätzen", erklärt Faas im "FAZ.net"-Gespräch.

Der Forscher wies gleichzeitig darauf hin, dass die Wahlergebnisse der AfD im Vergleich zu etablierten Parteien schwer vorhersehbar seien, da es noch vergleichsweise wenig Kenntnisse über die Wählerwanderungen gäbe.

Nach den Meinungsumfragen wird die AfD in alle drei Landtage einziehen, zum Teil mit zweistelligen Ergebnissen. Damit wäre sie künftig in 8 der 16 Landesparlamente vertreten.

Ein solcher Erfolg der Rechtspopulisten könnte vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu schwierigen Regierungsbildungen führen. In beiden Ländern haben die amtierenden Koalitionen nach den jüngsten Umfragen keine Mehrheit mehr.

Mehr zur Landtagswahl findet ihr in unseren Newsblogs für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Mit Material von dpa

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