WIRTSCHAFT
13/03/2016 09:18 CET | Aktualisiert 13/03/2016 10:37 CET

Bericht zum Germanwings-Absturz: Schwere Vorwürfe gegen Lufthansa

PATRIK STOLLARZ via Getty Images
Two planes of German airline German Wings park at the airfield on Cologne/Bonn airport on March 24, 2015 in Cologne, western Germany . The head of low-budget airline Germanwings said there were 144 passengers and six crew on the Airbus A320 that crashed in the French Alps en route to Duesseldorf from Barcelona. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ (Photo credit should read PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images)

  • Ermittler fordern strengere Kontrollen

  • Opfer-Anwalt übt massive Kritik

Der Germanwings-Copilot Andreas Lubitz (27) sollte nach dem Willen eines Arztes in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Der Mediziner habe am 10. März - also zwei Wochen vor dem Airbus-Absturz - eine mögliche Psychose diagnostiziert und eine Einweisung empfohlen. Das geht aus dem Abschlussbericht der französischen Untersuchungsbehörde BEA hervor, der am Sonntag in Paris vorgelegt wurde.

Lubitz hatte vor dem Unglücksflug 4U9525 nicht über seine Krankschreibung informiert. Nach Überzeugung der Ermittler hat der Copilot den Airbus A320 am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht. Alle 150 Menschen an Bord starben in den französischen Alpen.

Der Bericht zeigt nach Ansicht des Anwalts der Opfer auch deutliche Mängel auf bei der Auswahl, der Einstellung und der Überwachung des verantwortlichen Co-Piloten. "Der Lufthansa-Konzern hat einen psychisch krankhaft vorbelasteten Pilotenanwärter eingestellt und ausgebildet, ein Fehler mit schrecklichen Folgen", kritisierte Anwalt Christof Wellens am Sonntag auf Anfrage. Außerdem sei der Mann trotz einer eingeschränkten Flugerlaubnis wegen seiner Vorerkrankung nicht mehr psychiatrisch untersucht worden.

Der Co-Pilot hatte den Airbus A320 am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in die französischen Alpen gelenkt. Alle 150 Menschen an Bord starben. Fast ein Jahr nach dem Absturz haben Flugunfall-Experten der französischen Untersuchungsbehörde BEA am Sonntag ihren Abschlussbericht vorgestellt.

In ihrem Abschlussbericht zum Germanwings-Absturz fordern französische Ermittler strengere Kontrollen für Piloten. Auch die geistige Gesundheit soll regelmäßig untersucht werden.

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