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11/03/2016 05:37 CET | Aktualisiert 12/03/2017 06:12 CET

Janosch wird 85 Jahre alt: "Die Tigerente ist Mist"

Der Papa von Bär und Tiger, Janosch, wird 85
dpa
Der Papa von Bär und Tiger, Janosch, wird 85

  • Janosch, der Schöpfer von Tiger und Bär, wird 85

  • Der Schriftsteller verrät, warum er gerne trockenes Brot isst

  • Und wie die Figur der Tigerente entstand

"Es waren einmal ein kleiner Bär und ein kleiner Tiger, die lebten unten am Fluss. Dort, wo der Rauch aufsteigt, neben dem großen Baum."

Mit diesen Worten beginnt ein Kinderbuch, das Generationen von Kindern beim Großwerden begleitet hat. Schriftsteller und Illustrator Janosch, der Schöpfer von Tiger und Bär, feiert am 11. März seinen 85. Geburtstag. Ein Rückblick auf das Werk und Leben des wohl bekanntesten Hängematten-Liebhabers von hier bis Panama.

Die traurige Kindheit von Herrn Janosch

Bevor er als Autor Janosch 1978 mit "Oh, wie schön ist Panama", der allerersten Geschichte von Tiger und Bär, seinen Durchbruch feiern konnte, erlebte Horst Eckert in seiner Kindheit und Jugend unschöne Zeiten.

"Mein Vater war jeden Tag besoffen, meine Mutter nicht intelligent genug, um ein Kind zu behandeln", beschrieb er seine Kindheit einmal im Interview mit der "Welt".

Er wuchs in Armut auf. Und doch sieht er das nicht nur negativ. "Manchmal denke ich sogar, dass die Armut damals schön war. Weil man sich über jeden Dreck gefreut hat. Über jede Scheibe Brot. Heute esse ich manchmal trockenes Brot. Einfach aus Freude, dass ich Brot habe", erzählte er in der "Süddeutschen Zeitung".

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Mit gerade mal 13 Jahren erhielt Janosch eine Lehrstelle als Schmied. "Meine beste und allerwichtigste Zeit im Leben. Denn man brachte mir den wichtigsten Satz meines Lebens bei: Es gibt nichts, was nicht geht", schrieb er 1994 in seinem Buch "Von dem Glück als Herr Janosch überlebt zu haben".

"Wir brauchen uns vor nichts zu fürchten"

Eine Lehre, die auch in seine Kinderbücher miteinfloss. So sagt der kleine Tiger zum kleinen Bär, bevor sie sich auf den Weg ins Land ihrer Träume machen: "Wir brauchen uns vor nichts zu fürchten. Weil wir nämlich auch noch stark sind."

Doch wer nun gedacht hätte, dass der gestreifte Tiger und der gemütliche Bär oder gar die Tigerente Janoschs Lieblingstiere aus seinen zahlreichen Illustrationen sind, liegt gänzlich falsch.

"Die Tigerente ist Mist", zitierte "Die Welt" das Geburtstagskind, das früher beim Schreiben gerne einen Tröpfchen Alkohol genoss, einmal.

Und der "Bild" erzählte er, wie er das schwarz-gelb gestreifte Tier erfand: "Nüchtern. Aus Verzweiflung, weil mir nichts Vernünftiges einfiel. Ich hatte noch Platz auf dem Papier." Janosch gilt als schwieriger Mensch - und das merkt man bei diesem Thema irgendwie auch.

Trotzdem hat auch er einen Lieblingsmärchenhelden: "Immer der Maulwurf", sagte er im Interview mit dem Magazin "Cicero". Er habe sein Leben an dessen Verhalten ausgerichtet. "Sich verkriechen. Blind sein. Und die Grillen bewirten."

"Die Tigerente ist Mist"

Eine große Liebe verbindet Janosch zudem mit seiner Hängematte, in der er am liebsten seine Zeit in seiner Wahlheimat Teneriffa verbringt. Im Gespräch mit "Bild" verriet Janosch auch, wie man am besten in eine Hängematte steigt:

"Zuerst muss man die Hängematte und ihr Wesen mit dem Kopf begreifen. Zu denken, dass man sie in Schwung halten muss, ist total falsch. Wer das denkt, kann hier schon aushaken! Einsteigen tut man umgekehrt, als wie man auf die Tochter des Bäckers aufsteigt: Also auf die Tochter mit dem Hintern nach oben und in die Hängematte mit dem Hintern nach unten." So ist Janosch - voller kluger Lebensweisheiten.

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