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11/03/2016 10:56 CET | Aktualisiert 11/03/2016 10:59 CET

Bux Burger: Wie der Insekten-Burger wirklich schmeckt

Der Bux Burger bietet Larven im Brötchen - aber schmeckt das überhaupt?
dpa
Der Bux Burger bietet Larven im Brötchen - aber schmeckt das überhaupt?

  • Insekten sind gesund - und nun gibt es sie auch im Brötchen

  • Wichtig: Auf die richtige Larve kommt es an!

  • Im Burger schmecken die Insekten wie Sonnenblumenkerne

Insekten zu essen ist für Milliarden Menschen auf der Welt ganz normal. Wir Europäer ekeln uns eher davor. Und dabei haben diese kleinen Tierchen so viele Vorteile: Sie sind reich an Proteinen und gesunden Fetten, und ihre Zucht ist deutlich klimafreundlicher als die der meisten anderen Tiere.

Ein tolles Superfood, das "einfach gut schmeckt". Das finden jedenfalls die Jungunternehmer Max Krämer und Baris Özel. Die beiden verdienen allerdings auch an ihnen.

Sie haben einen Burger entwickelt, der gemahlene Buffalowürmer - die Larven des Getreideschimmelkäfers - enthält. Bislang gibt es den "Bux Burger" nur in der belgischen Hauptstadt Brüssel. Eine Annäherung in sechs Schritten.

Wo gibt es ihn?

In einem unscheinbaren Steakhouse in Brüssels Szeneviertel Ixelles. Hier stehen auch Zebra, Känguru und Rentier auf der Speisekarte.

"Der exotische Bux Burger passt da perfekt dazu", sagt Restaurantinhaberin Edit Kiss. Ein- bis zweimal am Tag werde er geordert. "Es gibt schon Stammkunden", beteuert Max Krämer.

16,50 Euro müssen Mutige dafür auf den Tisch legen - die meisten anderen Burger und Steaks in dem Restaurant sind aber auch nicht billiger.

Wie wird der Burger gemacht?

Im Ofen. Der Bratling besteht zur Hälfte aus gemahlenen Larven, also sogenannten Buffalowürmern. Der Rest sind pflanzliche Bestandteile. "Wir haben viel experimentiert", erzählt Kiss.

Seit der Bratling mit ein paar Stückchen Butter in die Röhre kommt, sei er nicht mehr so trocken. Die Larven liefern zwei Züchter aus Belgien und den Niederlanden.

Wie schaut er aus?

Wie ein ganz normaler Burger. Zwei Brötchenhälften, Salat, Tomate, Gurke, Käse, Barbecue-Sauce - und eben der Buffalowurm-Bratling.

Wer nicht weiß, dass er Insekten auf dem Teller hat, entdeckt nichts Auffälliges. "Das nimmt viel vom Ekel-Effekt", sagt Özel. Der Geruch erinnert ein wenig an geröstete Sonnenblumenkerne.

Gerade der Ekel aber spricht in Deutschland derzeit für viele Menschen gegen Insekten auf dem Teller. Darin sehen 83 Prozent einen Grund, lieber keine Insekten zu essen, wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Für jeden Zehnten ist der Geschmack ein Gegenargument, sieben Prozent halten die Tiere für ungesund und für fast ebenso viele ist es grundsätzlich nicht in Ordnung, Tiere zu essen.

Die meisten Menschen in Deutschland halten also von Insekten als Nahrungsmittel noch nichts. Fast zwei Drittel würden Insekten generell nicht in ihren Speiseplan aufnehmen. Dagegen muss der Insekten-Burger erst einmal ankommen.

Wie schmeckt der Burger?

Besser als erwartet. Auch der Geschmack erinnert an Sonnenblumenkerne - oder Erdnüsse. Die rauchige Barbecue-Sauce ist beherrschend, aber der Eigengeschmack der Wurm-Frikadelle bleibt klar erkennbar.

Ein Jahr lang tüftelten Krämer und Özel am Rezept . Auch wenn die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Insekten als gesund und nahrhaft bezeichnet, ist Özel klar: "Wenn der Geschmack nicht überzeugt, funktioniert's nicht."

Wie fühl es sich an, Insekten zu essen?

Es gibt Schöneres als die Vorstellung, in einen Insektenburger zu beißen. Beim ersten Biss hilft nur Augen zu und durch. Doch schnell wird klar: Sieht aus wie ein Burger - und schmeckt auch fast wie einer.

Ein bisschen anders, aber nicht schleimig, schmierig oder eklig. Nach dem dritten Biss ist jede Zurückhaltung abgelegt.

Der Moment danach:

Gedanken, was man da gerade im Magen liegen hat, schiebt mancher wohl lieber beiseite. Die Bandbreite reicht von "Wie konnte ich nur" zu "War eigentlich ganz lecker".

Das Verlangen, den Käfer-Burger sofort wieder aus dem Körper zu befördern, bleibt nach diesem Test jedenfalls aus. Das Bedürfnis, ihn jeden Tag zu bestellen, stellt sich allerdings auch nicht ein.

Was Superfoods für die Gesundheit tun können:

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