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10/03/2016 09:21 CET | Aktualisiert 10/03/2016 09:55 CET

Sieben Dinge, die jedes Kind hören sollte

Mutter und Tochter
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Mutter und Tochter

Kinder sind keine Sachen – sie sind kleine Menschen. Sie sind sensibel, unschuldig, ängstlich, mutig, neugierig und für sie ist alles in ihrem Leben für eine lange Zeit sehr neu. Und wenn alles neu ist, kann die Angst groß und das Selbstbewusstsein niedrig sein. Es ist wichtig, immer daran zu denken.

Sie sind nicht in deinem Leben, um deine emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen, und sie sind auch keine Roboter, die du kontrollieren und herum kommandieren kannst, damit sie sich gut benehmen.

Sie sind Menschen. Sie brauchen ein paar Grundbausteine, um belastbar zu sein, um sich selbst zu lieben und um für andere Menschen sorgen zu können. Sie müssen lernen, mit Fehlern umzugehen und wie sie einen Verlust in einen nachträglichen Sieg verwandeln können. Sie brauchen ein positives Selbstwertgefühl. Und ihr Selbstwertgefühl liegt vor allem in der Hand der Eltern – in deiner Hand.

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1. „Ich liebe dich.“

Du kannst einem Kind zu viel geben, aber du kannst einem Kind nicht zu viel Liebe geben. Wenn du deinen Kindern sagst, dass du sie liebst – und wenn du es oft zu ihnen sagst –, dann lässt du sie wissen, dass sie wertvoll sind. Es gibt einen Fan in ihrem Publikum. Geliebt zu werden, gibt ihnen Mut und Zeit, zu wachsen. Es erlaubt ihnen, Fehler zu machen.

Es unterstützt sie bei Heilungsprozessen und es gibt ihnen ein Gefühl der Freude. Liebe unterstützt sie dabei, ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln und sie gibt ihnen Hoffnung. Wenn du „Ich liebe dich“ sagst, wissen deine Kinder, dass sie wertvoll und liebenswert sind und geschätzt werden.

Es nimmt ihnen die Angst und gibt ihnen das Selbstbewusstsein und die Sicherheit, die sie während ihres Lebens bauchen. Indem du deinen Kindern sagst, dass sie geliebt werden, bringst du ihnen bei, sich selbst und andere zu lieben.

2. “Ich bin stolz auf dich.“

Um ein gesundes Selbstbild entwickeln zu können, brauchen Kinder Bestätigung und Bestärkung im Überfluss. Kinder sehnen sich nach deiner Unterstützung und deinen Segen. Der Großteil ihres Verhaltens zielt darauf ab, deine Liebe, Verständnis und Bestätigung zu bekommen.

Auch wenn du nicht damit einverstanden bist, wie sie es tun, musst du sie darin bestärken, die schwierigste Aufgabe von allen zu erfüllen – unabhängig zu werden. Sei stolz auf sie. Auch wenn viele Eltern ihren Kindern sagen, dass sie stolz auf sie sind, macht es einen Unterschied, wie aufrichtig und häufig es ihnen gesagt wird.

3. „Ich lag falsch und es tut mir leid.“

Wenn du vor deinen Kindern zugeben kannst, dass du falsch lagst, dann zeigst du ihnen, dass auch du nur ein Mensch bist und dass es dir wichtig ist, wie sie sich dabei fühlen. Wenn du aufrichtig bist, zeigst du ihnen, dass es nicht möglich ist, perfekt zu sein – nicht für sie und nicht für dich. Es zeugt von Ehrlichkeit, deine eigenen Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und wenn du das mit deinen Kindern schaffst, dann hilfst du ihnen, ihre eigenen Fehler zu akzeptieren und gibst ihnen den Mut, sich damit auseinanderzusetzen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie lernen mit dir, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein.

Indem du deine Fehler auf dich nimmst, schaffst du ein Umfeld aus Toleranz und Offenheit zwischen dir und deinen Kindern. Das wird später den Grundstein dafür bilden, wie sie ihre anderen zwischenmenschlichen Beziehungen führen werden.

4. „Ich vergebe dir.“

Es ist einfach, zu glauben, dass deine Zeit, Bedürfnisse und Sehnsüchte wertvoller sind als die deiner Kinder. Also behandelst du sie als „Dinge“, die deine Ansprüchen entsprechen sollen und zur passenden Zeit und auf die richtige Weise gestellt werden müssen. Das ist total unfair. Wir sind alle nicht perfekt.

Als Eltern machen wir uns schuldig, in dem wir Dinge sagen, die wir nicht so meinen, und Dinge tun, die wir hätten lassen sollen. Alle von uns verschwenden Zeit, brechen Versprechen, vergessen wichtige Dinge und liegen falsch. Niemand von uns erfüllt alle Erwartungen, die an uns gestellt werden – die eigenen inklusive. Kinder sind auch darin menschlich.

Niemand will ständig daran erinnert werden, einen Fehler gemacht zu haben – egal, welches Alter man hat. Auch will niemand dafür ewig bestraft oder vor anderen erniedrigt werden.

Als Mutter oder Vater musst du die Balance finden, indem du sie einerseits mit den Konsequenzen ihres Handelns konfrontierst, aber andererseits auf ihre Gefühle Rücksicht nimmst. Es ist deine Aufgabe, ihnen zu zeigen, dass sie trotz ihrer Fehler liebenswert sind. Vergib ihnen und verdamme sie nicht.

5. „Ich höre dir zu.“

Es ist unglaublich wichtig, deinen Kindern zuzuhören, damit sie wissen, dass es dich interessiert, was sie zu sagen haben. Indem du zuhörst, lernst du, wie es im Inneren deines Kindes aussieht. Es verschafft dir einen Einblick in ihre innere Welt und stellt eine Verbindung zwischen euch her, die für beide gut und wertvoll ist.

Um unnötige Missverständnisse zu vermeiden, ist es wichtig, ihnen eine Rückmeldung darauf zu geben, was sie zu dir sagen. Wenn ein tiefes Verständnis zwischen euch besteht, kannst du sie ermuntern, führen und loben.

Negative Bindungen entstehen, wenn Kinder sich unwichtig fühlen. Es ist wichtig für ihr Selbstwertgefühl, gehört zu werden. Wie kannst du deine Kinder kennen und ihnen nahe sein, wenn du ihnen nie wirklich zuhörst? Wenn du schimpfst, dann hörst du wahrscheinlich nicht zu. Sie sind anders als du.

Anstatt ihnen die ganze Zeit zu erzählen, was sie tun sollen, höre ihnen besser erst einmal zu, was sie zu sagen haben und gebe ihnen dann eine Richtung vor, die sie einschlagen sollen (wenn sie es wollen). Frage sie nach ihrer Meinung. Das hilft ihnen, Probleme zu lösen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

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6. „Das ist deine Verantwortung.“

Persönliche Verantwortung ist ein Teil des Erwachsenwerdens. Wenn dein Kind eine Entscheidung trifft – ob sie nun klug ist oder nicht – muss es sich auch mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Wenn Eltern ihre Kinder für ihre Entscheidungen verantwortlich machen, dann können sie daraus lernen.

Deine Kinder werden schnell verstehen, welche Handlungen positive und welche negative Resultate erzielen. Diese Erfahrungen helfen, das Verantwortungsbewusstsein zu stärken und deine Kinder für die Zukunft stark zu machen.

Wenn du deinen Kindern Verantwortlichkeiten überlässt, dann zeigst du ihnen, dass du an sie glaubst. Ohne Verantwortung lernen Kinder nie, ihr eigenes Leben zu leben. Sogar sich wiederholende Fehler sind für Kinder ein wichtiger Lehrmeister.

7. „Du hast, was es braucht, um erfolgreich zu sein.“

Erfolg ergibt sich aus Anstrengung und Ausdauer. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist die Waffe deines Kindes gegen die Herausforderung dieser Welt. Erziehe deine Kinder so, dass sie sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinandersetzen können und sich gut damit fühlen.

So werden es deine Kinder einfacher haben, Konflikte auszutragen und sich negativem Druck entgegenzusetzen. Sie werden schneller lächeln und mehr natürliche Freude am Leben zeigen. Deine Kinder werden realistisch und generell optimistische Menschen, wenn sie daran glauben, dass sie alles mitbringen, um erfolgreich zu sein.

Ermutige deine Kinder, indem du an sie glaubst. Feiere mit ihnen ihre Anstrengungen, ihre Erfolge und unterstütze sie, wenn sie versagen. Lerne ihnen, dass Versagen eine Form des Erfolgs ist, da sie durch ihr Versagen ihren Weg zu einem glücklichen Leben finden.

Erziehe deine Kinder mit Liebe und Disziplin. Es gibt einen Unterschied zwischen Disziplin und Bestrafung oder Herabsetzung. Wenn du das Selbstwertgefühl deines Kindes zerstörst, halten die Effekte sein Leben lang – egal, welches Alter es hat. Aus diesem Grund ist es klug, das Selbstwertgefühl so früh wie möglich zu stärken, mit Beharrlichkeit und Authenzität.

Wenn deine Kinder etwas in Angriff nehmen und versagen, dann wieder etwas versuchen und versagen, und schließlich noch einmal etwas versuchen und es dann schaffen, dann entdecken sie, wo ihre Fähigkeiten liegen.

Zur gleichen Zeit entwickeln sie Ideen über sich selbst, die auf den Interaktionen mit anderen basieren. Es ist deine Liebe und deine Disziplin, die deine Kinder dazu anleitet, sich selbst zu finden. Liebe sie also so fest du kannst.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Huffington Post USA und wurde von Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt.


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