POLITIK
10/03/2016 17:59 CET | Aktualisiert 10/03/2016 18:24 CET

So reagiert der "Compact"-Chef auf das Cover im Polizeiwagen

Es ist ein Foto, das für Diskussionen sorgte – und bei einem Mann für sehr viel Freude.

Das Bild zeigt eine Ausgabe der rechten Zeitschrift "Compact“ in der Scheibe eines Polizeiautos.

Die Beamten wurden mittlerweile versetzt, die Polizei entschuldigte sich. "Wir sind selbstverständlich unparteiisch! Sorry trotzdem“, lautete die Antwort. Ärger äußerte die Gewerkschaft der Polizei, die sagte: "Das ist provozierend und extrem unprofessionell.“

Ganz anders hingegen reagierte "Compact“-Chef Jürgen Elsässer. „Dass sie sich dazu bekennen, ist prima“, sagte er auf einer Veranstaltung in Magdeburg. Das ist tatsächlich "prima“ Werbung für sein rechtes Magazin. Doch damit war Elsässer noch nicht zu fertig.

"Werden Rabatz machen"

Weiter sagte er: "Wenn es dazu kommen sollte, dass diese Kollegen Schwierigkeiten bekommen, dann werden wir Rabatz machen." Er versprach den Polizisten Rechtsschutz – und: "wenn einer von euch rausfliegen sollte, versprechen wir euch einen Job bei uns oder der AfD. Wir brauchen gute Sicherheitsleute.“

Daran ist nicht nur erstaunlich, wie Elsässer für die AfD Jobs verteilt – und nur wenige Sätze später beteuert, "Compact“ sei unparteiisch. Wie das zusammenpasst - auch mit den vielen, unreflektierten Lobgesängen auf die AfD etwa in der exponierten "Compact"-Ausgabe - weiß vermutlich nur er selbst.

elsässer

"Compact"-Chef Jürgen Elsässer

Erstaunlich ist auch, wie Elsässer vehement das Verhalten der Polizei verteidigt – der Mann lässt sonst keine Gelegenheit aus, etwa Kanzlerin Merkel als Verbrecherin zu beschimpfen, weil sie ihren Amtseid gebrochen habe, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Polizisten haben sich in ihrem Amtseid der Neutralität verpflichtet. Dieses Cover mit AfD-Chefin Frauke Petry als mögliche Kanzlerin hat nichts in der Windschutzscheibe eines Polizeiwagens verloren. Genauso wenig hätte das Titelcover einer vergangenen "Spiegel"-Ausgabe dort etwas zu suchen, das Petry als Hasspredigerin zeigte.

Wie er wohl da reagiert hätte?