POLITIK
09/03/2016 15:48 CET

Belastender Befund: Beate Zschäpe soll an NSU-Bekennervideos mitgearbeitet haben

CHRISTOF STACHE via Getty Images
Defendant Beate Zschaepe waits for the continuation of her trial at a courtroom in Munich, southern Germany, March 2, 2016. The lone surviving suspect in a neo-Nazi murder case that shocked Germany is accused of helping found a neo-Nazi cell, the National Socialist Underground (NSU), and of complicity in the murders of eight Turks, a Greek and a German police woman across Germany between 2000 and 2007, as well as two bombings in immigrant areas of Cologne and 15 bank robberies. / AFP / POOL / CH

  • Nach BKA-Berichten soll Beate Zschäpe die Fernsehberichterstattung über einen Kölner NSU-Anschlag mitgeschnitten haben

  • Die Aufnahmen wurden in einem NSU-Bekennervideo verwendet

  • Für Zschäpe könnte es vor Gericht nun eng werden

Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, soll TV-Berichte über den Anschlag von Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt in der Kölner Keuperstraße mit einem VHS-Rekorder aufgenommen haben. Das legen BKA-Berichte nah, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegen.

Die Ausschnitte wurden später für ein Bekennervideo der rechtsextremen Terrorzelle NSU verwendet. Zschäpe hatte bisher bestritten, an dem Bekennervideo mitgearbeitet zu haben.

Der Befund, über den die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, könnte eine Wende im NSU-Prozess darstellen. Zschäpe hatte bislang stets beteuert, die Anschläge ihrer beiden Mitbewohner verurteilt zu haben und nicht in diese involviert gewesen zu sein.

Vor Gericht könnte sich für Zschäpe nun einiges ändern

In ihrer Wohnung in der Polenzstraße in Zwickau fand man nun jedoch mehrere Stunden aufgenommenes Videomaterial, darunter Live-Berichte, die wenige Stunden nach dem Anschlag in Köln am 9. Juni 2004 aufgezeichnet wurden. Bei dem rassistisch motivierten Attentat waren 22 Menschen verletzt worden.

Die ehemaligen Nachbarn von Zschäpe, Bönhardt und Mundlos hatten im früheren Verlauf des Prozesses übereinstimmend berichtet, dass die drei Angeklagten keinen Besuch entgegennahmen. Daher kommt außer Zschäpe derzeit keine andere Person infrage, die die Aufnahmen angefertigt haben könnte. Es könnte für sie eng werden.

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