POLITIK
09/03/2016 23:01 CET | Aktualisiert 10/03/2016 01:05 CET

Mikl-Leitner: "Balkanroute bleibt geschlossen - dauerhaft"

EMMANUEL DUNAND via Getty Images
Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner

  • Österreichs Innnenministerin sagt, dass die Balkanroute für Flüchtlinge nicht wieder geöffnet wird

  • Sie hofft, dass die Grenzschließung Flüchtlinge von der Reise nach Griechenland abhält

  • Griechenland soll Hilfe erhalten, um die gestrandeten Flüchtlinge zu versorgen

Unmittelbar vor dem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel fordert Österreich eine langfristige Schließung der Balkanroute für Flüchtlinge.

Die Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sagte der "Welt": "Meine Position ist klar: Die Balkanroute bleibt geschlossen, und zwar dauerhaft. Der unkontrollierte Massenzustrom über diese Route muss Geschichte sein".

"Migrationsdruck aus der Türkei nach Griechenland wird sinken"

Dazu seien Kontrollen der Binnengrenzen notwendig. Mikl-Leitner weiter: "Wenn Europa konsequent signalisiert, dass es keinen unkontrollierten Massenzustrom nach Mitteleuropa gibt, dann wird auch der Migrationsdruck aus der Türkei nach Griechenland sinken".

Die Ministerin verteidigte die nahezu vollständige Grenzschließung auf dem Balkan, die den Flüchtlingen den Weg nach Nordwest-Europa versperrt: "Das Schließen der Balkanroute verläuft planmäßig und diese Uhr wird nicht zurückgedreht".

Die abgestimmte Vorgehensweise der Polizeichefs Österreichs und der Länder entlang der Balkanroute verdiene Respekt und Anerkennung. "Diese Allianz der Vernunft hat bisher den entscheidenden Beitrag dazu geleistet, Stabilität und Ordnung für die Menschen in Europa zu wahren".

"Nicht weiter falsche Hoffnungen bei Flüchtlingen wecken"

Mikl-Leitner erklärte weiter, solange nach wie vor tausende Menschen versuchten, sich aus dem sicheren Griechenland auf den Weg nach Mitteleuropa zu machen, werde es Binnengrenzkontrollen geben.

"Ich hoffe natürlich, dass das früher oder später nicht mehr notwendig sein wird. Der Schlüssel dazu liegt in der Kontrolle direkt an der EU-Außengrenze und der Versorgung in Griechenland".

Dazu solle Griechenland die notwendige Unterstützung erhalten. "Wenn aber weiter falsche Hoffnungen geweckt werden, dann werden sich auch weiterhin tausende Menschen auf den Weg machen - mit der Erwartung, sich nach wie vor das wirtschaftlich attraktivste Land auszusuchen. Das ist das eigentliche Problem".

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:


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