LIFESTYLE
09/03/2016 05:53 CET | Aktualisiert 11/03/2016 03:52 CET

Studie behauptet: Diese Lebensmittel erhöhen das Lungenkrebsrisiko um 50 Prozent

Vincent Hazat via Getty Images
Lunge, Röntgenbild

Bisher wussten wir: Wer das Risiko senken will, an Lungenkrebs zu erkranken, verzichtet auf das Rauchen und vermeidet auch verrauchte Orte.

Nun hat eine Studie des MD Anderson Cancer Centers der University of Texas einen weiteren möglichen Risikofaktor für Lungenkrebs identifiziert: Lebensmittel mit einem hohen Glykämischen Index.

Passend zum Thema: Erstaunlich: Diese Bevölkerungsgruppe bekommt keinen Krebs

Mit dem Glykämischen Index (GI) wird die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel bestimmt. Wenn man ein Lebensmittel mit einem hohen GI zu sich nimmt, steigt der Blutzuckerspiegel und das Insulin-Level im Blut. Dies führt auch dazu, dass die Insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (IGF) zunehmen.

Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass eine hohe Anzahl an IGFs das Risiko erhöht, Lungenkrebs zu bekommen. Sie untersuchten dafür 1905 Patienten, bei denen gerade Lungenkrebs diagnostiziert wurde, und eine gesunde Kontrollgruppe von 2403 Personen.

„Wir haben ein um 49 Prozent erhöhtes Risiko für Lungenkrebs bei den Teilnehmern mit dem höchsten GI im Vergleich zu denen mit dem niedrigsten GI festgestellt“, erklärt der Forscher Xifeng Wu, einer der Leiter der Studie in einer Mitteilung der Universität.

Das Risiko betrifft vor allem Nichtraucher

Dieses zweifach erhöhte Risiko gelte aber nur für die Nichtraucher, während es bei den Rauchern nur bei 31 Prozent liege – das liegt daran, dass Rauchen ein viel höherer Risikofaktor für Lungenkrebs ist.

Dr. Wu legt nahe, dass die Ernährung bei der Vorbeugung von Lungenkrebs aber auch eine Rolle spiele. Er empfiehlt, dass man „den Konsum von Essen und Getränken mit einem hohen Glykämischen Index reduzieren sollte, wenn man das Risiko für Lungenkrebs minimieren möchte“.

Dabei spielt die Einnahme der Menge an Kohlenhydraten eine untergeordnete Rolle, es zählt vielmehr deren Qualität. Lebensmittel mit einem hohen GI sind weißes Brot, Brezen, Cornflakes, Pommes oder Popcorn. Einen niedrigen GI haben dagegen Vollkornprodukte und Wildreis.

Passend zum Thema: Aufgedeckt: 5 Diät-Mythen über Kohlenhydrate

Der britische National Health Service (Nationale Gesundheitsdienst) schreibt auf seiner Webseite, dass die Studie zwar eine Verbindung zwischen einem hohen GI und Lungenkrebs herstellt, aber eine klares Fazit schwierig sei. Das erhöhte Krebsrisiko könnte auch auf andere Faktoren zurückzuführen sein, da nicht die gesamte Lebenssituation der Teilnehmer untersucht wurde.

Außerdem sei die Wirkung des GIs auf das Krebsrisiko noch nicht ausreichend erforscht, um eine - wissenschaftlich bewiesene - Verbindung zwischen GI und Lungenkrebs herzustellen. Sie empfehlen weitere Studien zu dem Thema an gesunden Personen.

In Deutschland wird die Studie mit noch mehr Skepsis gesehen. Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum meinte gegenüber "Focus Online": „Die Studienlage dazu ist sehr dünn. Es gibt daher auch keinen belastbaren biologischen Hinweis, der die Vermutung stützt, dass eine Ernährung mit hohem GI zur Entstehung von Lungenkrebs beiträgt.“

Auch auf HuffPost:

Möglicherweise Krebserregend: Auch Aldi betroffen: Stiftung Warentest enthüllt mangelhafte Olivenöle