POLITIK
08/03/2016 17:03 CET | Aktualisiert 09/03/2016 08:08 CET

Absurde Fake-Kampagne: Unbekannte fälschen Grünen-Plakate in Sachsen-Anhalt

Absurde Fake-Kampagne: Unbekannte fälschen Grünen-Plakate in Sachsen-Anhalt
Twitter / AfD
Absurde Fake-Kampagne: Unbekannte fälschen Grünen-Plakate in Sachsen-Anhalt

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  • Unbekannte hängten in Sachsen-Anhalt etwa tausend gefälschte Grünen-Plakate auf

  • Darauf: Slogans wie "Grün für Masseneinwanderung"

  • Die Partei sieht darin eine Verleumdungskampagne der Rechten

Im Wahlkampf wird oft mit harten Bandagen gekämpft: so weit, so bekannt. In Sachsen-Anhalt haben Unbekannte die Grenzen des fairen Wettkampfes mit einer kuriosen Aktion nun deutlich überschritten: Sie fälschten Wahlplakate der Grünen und hängten diese tausendfach in Magdeburg und Umgebung auf.

Auf vielen der gefälschten Wahlplakate, die in Farbe, Layout und Design den echten Wahlplakaten der Partei fast eins zu eins gleichen, befindet sich der Slogan „Grün für Masseneinwanderung“. Darunter zu sehen: eine Biene, eine Blume und ein lachendes Emoji-Gesicht.

„Masseneinwanderung“ ist ein Schlagwort, das immer wieder von Flüchtlingsgegnern und Rechtspopulisten benutzt wird, wenn es um die steigenden Zuwanderungszahlen im Zuge der Flüchtlingskrise geht.

Herbst verdächtigt die Rechten

Die Landesvorsitzende der Grünen in Sachsen-Anhalt Cornelia Lüddemann sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Wir haben Strafanzeige bei der Landeswahlleiterin eingereicht, die derzeit einen Verstoß gegen das Landeswahlgesetz wegen versuchter Wählertäuschung prüft.“

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Sören Herbst sagte, er habe zusammen mit seinen Kollegen in Magdeburg bislang etwa 800 gefälschte Plakate abgehängt: „Zusammen mit denen in Halle sind es vermutlich um die Tausend.“

Doch die Täter beließen es nicht beim Aufhängen vermeintlicher Grünen-Plakate. Auch echte Plakate wurden überklebt und verschandelt.

Für Herbst ist der Hauptverdächtige in der Plakat-Affäre klar: "Die qualitativ hochwertigen und professionell gedruckten Plakate mussten mit beachtlichem Aufwand in einer einzigen Nacht angebracht werden. Über solche personellen und finanziellen Ressourcen verfügt eigentlich nur die AfD, aber das sind Vermutungen.“

Im Fokus steht zudem die Megida-Bewegung ,der Magdeburger Ableger von Pegida. Diese hatte auf ihrer Facebook-Seite in der Vergangenheit bereits falsche Zitate vom ehemaligen grünen Außenminister Joschka Fischer verbreitet, die sich nun auch auf den falschen Wahlplakaten wiederfanden.

Die Grünen zeigen starke Reaktion

Die AfD Sachsen-Anhalt distanzierte sich gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von der Plakat-Aktion. „Wir können uns nicht vorstellen, dass AfD-Mitglieder dafür verantwortlich sind“, ließen sie verlauten.

Die Grünen zeigten bereits eine starke Aktion auf die absurde Kampagne: Sie bitten ihre Unterstützer als „Abwrackprämie“ für die wieder abgehängten und entsorgten Plakate jeweils einen Euro für Opfer rechter Gewalt zu spenden. So sollen mindestens 1000 Euro für den Verein „Miteinander“ erlöst werden.

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